2009

Deutsches Bologna kommt nicht aus dem Knick


Pressemitteilung vom 16. Oktober 2009

Heute will die KMK ihre neuesten Erfolge und Ergebnisse vorstellen.
Deshalb dürfte die Pressekonferenz kurz ausfallen.

Mobilität der Studierenden
Im Bereich der europäischen Mobilität hat sich im Vergleich zu den
Vorjahren nur wenig getan: Sie stagniert auf niedrigem Niveau! Dabei
sind die Probleme dank der deutschen Bolognaversion selbst verschuldet und
die KMK hat sich in der Vergangenheit nicht durch sinnvolle Vorschläge zur
Verbesserung der Situation hervorgetan.

„Ein Auslandsaufenthalt scheitert für viele Studierende an den
finanziellen Hürden und an der starren Studienstruktur. Sie können dank
des verschulten Studiums nur eingeschränkt einer Erwerbstätigkeit
nachgehen oder ein Auslandsaufenthalt passt nicht in den
Studienverlaufsplan der Universität.“ meint Tobias Roßmann vom
ReferentInnenrat (AStA) der HU Berlin

Die neuen Vorschläge der KMK zur Bolognareform, mehr Wahlfreiheit und
weniger Prüfungen, sind viel zu kurz gegriffen. Sämtliche Studien zum
Thema mahnen die Überarbeitung der Studierenden durch hohen Workload an.

„Wir brauchen eine grundlegende Reform der Bolognareform. Da ist es mit
ein paar kleinen Änderungen nicht getan. Zumindest eine Überprüfung des
Workloads ist dringend erforderlich. Dieser ist oft unrealistisch hoch und
macht viele Studiengänge unstudierbar.“ sagt Tobias Roßmann

Ein weiteres Problem ist die Umsetzung der Beschlüsse durch die
Hochschulen. Hier kam es in der Vergangenheit zu haarsträubenden
Interpretationen der Vorgaben.

Bis die Hochschulen das heute Verkündete in ihr Curriculum integriert
haben, dürften noch mindestens zwei Jahre vergehen. Dabei ist absehbar,
dass nur ein Bruchteil der Probleme mit den Vorschlägen gelöst werden
kann.

„Die KMK hat eine weitere Chance ungenutzt verstreichen lassen, wirkliche
Veränderungen vor zu nehmen. Aber man ist ja nichts anderes gewohnt.“
meint Tobias Roßmann.






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  • erstellt:27.04.10, 14:10
  • geändert:09.12.10, 21:01