HU schließt für 4 Monate Bibliothek und sortiert Bücher aus
Die Humboldt-Universität will vermutlich mehrere 10.000 Bücher entsorgen. Grund ist die Zusammenlegung von mindestens 13 Bibliotheksstandorten in das neue Grimm-Zentrum. Da viele Titel in mehreren Zweigbibliotheken präsent sind, soll beim Umzug eine sog. Dublettenreduzierung erfolgen. Das heißt, mehrfach vorhandene Exemplare werden aus Platzmangel entsorgt. Die Situation ähnelt der der FU Mitte 2008, als mindestens 130.000 Bücher durch die Zusammenlegung von Bibliotheken angeblich „überflüssig“ wurden.
Tobias Roßmann, Referent für Lehre und Studium sagt: „Waren die Zustände an den Bibliotheken was die Ausstattung betrifft bisher schon unzumutbar, wird die Situation jetzt miserabel. Zur Prüfungszeit werden sich nun deutlich mehr Studierende um ein Buch streiten müssen, als das bisher der Fall war.“
Ein weiteres Problem ist die lange Schließungszeit der einzelnen Bibliotheken während der Zusammenlegung. Diese fällt mit bis zu zwei Monaten extrem lange aus. Außerdem betrifft dies den Hauptbearbeitungzeitraum für Modulabschlussprüfungen. Folglich müssen unzählige Studierende auf die Literaturrecherche verzichten. Wie die Prüfungen ohne eine funktionierende Bibliothek ablaufen sollen, darüber schweigt die HU bisher.
Tobias Roßmann hierzu: „Es ist vollkommen unklar, wie Studierende im Sommersemester für ihre Prüfungen lernen sollen. Eine bestandene Modulabschlussprüfung ist aber meist Voraussetzung für das Belegen der Folgeveranstaltungen, so dass es zu Studienzeitverlängerungen kommen wird.“
