{"id":994,"date":"2022-11-20T16:34:33","date_gmt":"2022-11-20T15:34:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/?p=994"},"modified":"2022-11-20T16:34:37","modified_gmt":"2022-11-20T15:34:37","slug":"dont-say-the-dirty-word-huch94","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/2022\/11\/dont-say-the-dirty-word-huch94\/","title":{"rendered":"Don&#8217;t say the dirty word &#8211; HUch#94"},"content":{"rendered":"\n<p>| von Benjamin K\u00f6rner |<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wer \u00fcber Arbeit redet, sollte vom Kapitalismus nicht schweigen. Eigentlich eine banale Feststellung, jedoch stellt sich damit auch direkt die Frage, was uns der Bekannteste aller Kapitalismustheoretiker_innen, Karl Marx, heute zum Thema Arbeit noch zu sagen hat. Und so sind wir in nur drei Schritten vom Thema Arbeit zum Marxismus gekommen \u2013 und \u00fcber den sollten wir an deutschen Universit\u00e4ten drei Jahrzehnte nach dem Ende der Sowjetunion doch wirklich nicht mehr reden! Oder doch?<\/em><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/huch-Bild-Felix-Deiters27_cut_Benjamin-1014x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-995\" width=\"505\" height=\"509\" srcset=\"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/huch-Bild-Felix-Deiters27_cut_Benjamin-1014x1024.jpg 1014w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/huch-Bild-Felix-Deiters27_cut_Benjamin-297x300.jpg 297w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/huch-Bild-Felix-Deiters27_cut_Benjamin-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/huch-Bild-Felix-Deiters27_cut_Benjamin-768x776.jpg 768w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/huch-Bild-Felix-Deiters27_cut_Benjamin-1521x1536.jpg 1521w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/huch-Bild-Felix-Deiters27_cut_Benjamin-100x100.jpg 100w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/huch-Bild-Felix-Deiters27_cut_Benjamin-24x24.jpg 24w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/huch-Bild-Felix-Deiters27_cut_Benjamin-36x36.jpg 36w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/huch-Bild-Felix-Deiters27_cut_Benjamin-48x48.jpg 48w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/huch-Bild-Felix-Deiters27_cut_Benjamin.jpg 1786w\" sizes=\"auto, (max-width: 505px) 100vw, 505px\" \/><figcaption><em>Bild: Felix Deiters<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Arbeit als Grundlage jeder Gesellschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aber bleiben wir zun\u00e4chst beim Thema dieses Heftes: Arbeit. F\u00fcr die marxistische Analyse des Kapitalismus ist Arbeit \u2013 genauer Lohnarbeit \u2013 eine zentrale Kategorie, um zu verstehen, wie die Ausbeutung der einen mit dem Reichtum der anderen zusammenh\u00e4ngt. F\u00fcr Marx ist Arbeit jedoch weit mehr als nur ein Thema, das im Kapitalismus eine Rolle spielt. Arbeit ist f\u00fcr ihn etwas, das den Menschen in jeder bisher existierenden Gesellschaftsform zentral bestimmt. Nach Marx ist der Mensch zwingend darauf angewiesen zu arbeiten \u2013 also sich seine Umwelt zu Nutze zu machen, um seine Lebensbed\u00fcrfnisse befriedigen zu k\u00f6nnen. Hinzu kommt, dass ein einzelner Mensch in der Regel allein nicht \u00fcberleben kann, also auf die Zusammenarbeit mit anderen angewiesen ist. Die Notwendigkeit zu arbeiten und zusammenzuarbeiten ist daher die Grundlage jeder Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Laufe der Menschheitsgeschichte haben sich F\u00e4higkeiten und Arbeitsteilung immer weiterentwickelt \u2013 sodass auch die Strukturen, die regeln, wer welche Arbeiten machen muss und wer die Produkte dieser Arbeit erh\u00e4lt, komplexer geworden sind. So entstanden Gesellschaften, in der die eine Gruppe Menschen \u00fcber die Arbeit der anderen Gruppe Menschen bestimmen konnte: Klassengesellschaften. Seitdem hat sich die Art und Weise, wie gearbeitet wird, zwar immer wieder ver\u00e4ndert, verschiedene Klassen k\u00e4mpften um die Vorherrschaft, manche verschwanden und neue entstanden, doch immer gab es eine Klasse, die \u00fcber die Arbeit der anderen bestimmen konnte. Neben verschiedensten Klassen gab es so immer zwei Hauptklassen, also eine ausbeutende Klasse auf der einen und eine ausgebeutete Klasse auf der anderen Seite.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kapitalismus: Freiheit oder Ausbeutung?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Kapitalismus besitzt die Kapitalist_innenklasse die Produktionsmittel, also zum Beispiel Fabriken, B\u00fcros und Patente, w\u00e4hrend die viel gr\u00f6\u00dfere Klasse der Lohnabh\u00e4ngigen dazu gezwungen ist, ihre Arbeitskraft an diese Kapitalist_innen zu verkaufen. Ein schmieriger Jungliberaler k\u00f6nnte jetzt emp\u00f6rt aufschreien: \u00bbDas ist doch ein freier Vertrag, niemand wird gezwungen! Au\u00dferdem bekommen die Angestellten ihren Lohn ausgezahlt!\u00ab Doch Marx h\u00e4lt die Lohnarbeit trotzdem f\u00fcr ein ausbeuterisches Zwangsverh\u00e4ltnis. Denn von einem freien Vertrag kann keine Rede sein, wenn f\u00fcr all diejenigen, die keine Produktionsmittel besitzen, die Alternative zum Verkauf der eigenen Arbeitskraft das Verhungern ist. Damit w\u00e4re das Zwangsverh\u00e4ltnis erkl\u00e4rt, aber warum sollte Lohnarbeit automatisch Ausbeutung bedeuten? F\u00fcr Marx ist Ausbeutung keine moralische, sondern eine \u00f6konomische Kategorie, die schlicht feststellt: Profit f\u00fcr die Kapitalist_innen entsteht nur dann, wenn sie den Arbeiter_innen weniger Lohn zahlen, als diese an Wert mit ihrer Arbeit geschaffen haben. Die Klasse der Kapitalist_innen lebt also auf Kosten der Arbeiter_innen, indem sie sich immer einen Teil deren Arbeit aneignen. So funktioniert der Kapitalismus: Die einen m\u00fcssen arbeiten und die anderen genie\u00dfen die Fr\u00fcchte dieser fremden Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00bbMarx ist tot und Jesus lebt!\u00ab<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Marxismus ist also nicht nur als Analyse des Kapitalismus, sondern auch als wissenschaftliche Theorie dar\u00fcber, wie verschiedenste Gesellschaften funktionieren, auch heute noch \u00e4u\u00dferst relevant. Wenn dem so ist, sollte marxistische Theorie an den Universit\u00e4ten in allen Disziplinen, in denen es um gesellschaftliche Fragen geht, eine Rolle spielen. Ein Blick in die Vorlesungsverzeichnisse und Seminarpl\u00e4ne zeigt aber schnell, dass Marxismus dort nur selten bis gar nicht auftaucht. Woran liegt das? Sitzen \u00fcberall die schon erw\u00e4hnten schmierigen Jungliberalen, die sich mit ihrer Marktideologie gegen marxistische Wissenschaft str\u00e4uben?<\/p>\n\n\n\n<p>Als 1989 CDU-Arbeitsminister Norbert Bl\u00fcm im staatssozialistischen Polen mit Oppositionellen gesprochen hatte, trat er vor die Presse und verk\u00fcndete lauthals: \u00bbMarx ist tot und Jesus lebt!\u00ab<a href=\"#sdfootnote1sym\" id=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a> Und tats\u00e4chlich verschwand in den 90er Jahren mit der Sowjetunion ebenfalls Marx von der Bildfl\u00e4che linker Bewegungen und kritischer Wissenschaft. Nachdem durch den globalen Sieg des Kapitalismus angeblich das \u00bbEnde der Geschichte\u00ab erreicht worden war, wurden auch die Restbest\u00e4nde an marxistischer Theorie auf den M\u00fcllhaufen ebendieser geworfen. Wer es in der folgenden Hochzeit neoliberaler Ideologie \u00fcberhaupt nur wagte, das Wort Kapitalismus in den Mund zu nehmen, wurde sofort als gestrig und verbohrt aus jeglichem Diskurs ausgeschlossen. Der Marxismus war die Tods\u00fcnde und wer dazugeh\u00f6ren wollte, musste sich von ihm distanzieren oder zumindest schweigen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein Gespenst geht um\u2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Doch es kam alles ganz anders und die Geschichte wollte sich nicht an das ihr verordnete Ende halten. So sehr linke Kr\u00e4fte in der Defensive waren und der Neoliberalismus alles infizierte, so sehr ging auch der Klassenkampf von den Ausbeutenden gegen die Lohnabh\u00e4ngigen weiter: Privatisierungen, Freihandelsdiktate, Lohndumping, Sozialabbau und die Entfesselung der Finanzm\u00e4rkte sorgten daf\u00fcr, dass die Reichen auf Kosten der Armen immer reicher wurden. Trotz aller liberaler Ideologie und der Behauptung, es g\u00e4be doch l\u00e4ngst keine Klassen mehr, stellte sich Marx&#8216; Feststellung, dass die \u00bbGeschichte aller bisherigen Gesellschaft die Geschichte von Klassenk\u00e4mpfen\u00ab<a href=\"#sdfootnote2sym\" id=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a> ist, weiterhin als real heraus. Der Kapitalismus geriet in eine globale Krise und Streiks und Aufst\u00e4nde zeigten, dass das Ende der Geschichte noch lange nicht erreicht war. Mit dieser Zuspitzung von Klassenk\u00e4mpfen und Krisen wurde auch wieder laut \u00fcber den Kapitalismus gesprochen, der totgeglaubte Marx kehrte in die Debatten zur\u00fcck und mit ihm auch ein Gespenst, das die Herrschenden schon f\u00fcr erledigt hielten: das Gespenst des Kommunismus.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Welt verstehen, um sie zu ver\u00e4ndern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Durch die neoliberale Offensive der Kapitalist_innen kam es auch zur Wiederbelebung der klassenk\u00e4mpferischen Linken. Die globale Krise des Kapitalismus setzte die Frage nach Alternativen auf die Tagesordnung. Aus Protesten und Bewegungen heraus wurde immer dringlicher die Notwendigkeit eines Systemwechsels formuliert. Was jahrelang als undenkbar galt, geschah: Es wurde wieder \u00fcber Sozialismus und Kommunismus als gerechtere Gesellschaftsmodelle diskutiert. Die Erkenntnis, dass Reformen nicht ausreichen, um ein Wirtschaftssystem, in dem alles dem Profit einiger Weniger untergeordnet ist, gerecht und \u00f6kologisch vertr\u00e4glich zu machen, verbreitete sich. Doch der Marxismus bietet uns mehr als nur die Vision einer Gesellschaft, in der wir gemeinschaftlich produzieren und soziale und \u00f6kologische Bed\u00fcrfnisse in den Mittelpunkt stellen. Marxistische Theorie erkl\u00e4rt, wie das bestehende System entstanden ist, wie es funktioniert, und gibt uns damit ein Instrument an die Hand, um eine Praxis zu entwickeln, die diese Verh\u00e4ltnisse ver\u00e4ndert. Es geht also nicht darum, nur \u00fcber eine weitere Theorie zu diskutieren, sondern um deren Anwendbarkeit, eine bessere Welt zu erk\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Hauptgeb\u00e4ude der Humboldt-Universit\u00e4t werden Besucher_innen von einem Marx-Zitat in goldenen Lettern begr\u00fc\u00dft: \u00bbDie Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber drauf an, sie zu ver\u00e4ndern.\u00ab<a href=\"#sdfootnote3sym\" id=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a> Dieses \u00dcberbleibsel aus DDR-Zeiten sollte im Zuge der S\u00e4uberung der Universit\u00e4ten von marxistischem Denken Ende der 90er Jahre eigentlich entfernt werden \u2013 konnte aber durch den Protest kritischer Studierender erhalten werden. Das Zitat verweist darauf, dass der Sinn kritischer Wissenschaft nicht darin besteht, m\u00f6glichst unverst\u00e4ndlich formulierte Hausarbeiten, Paper und Dissertationen zu fabrizieren. Der Wert kritischer Wissenschaft misst sich daran, ob sie n\u00fctzlich im Kampf f\u00fcr eine gerechtere Welt ist, ob sie denen, die tagt\u00e4glich den Klassenkampf gegen die kapitalistische Ausbeutung von Mensch und Natur f\u00fchren, eine Hilfe ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Marx an der Uni: Zwischen Postmoderne und Endradikalisierung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn auch eher als Randerscheinung, wird auch im akademischen Betrieb wieder \u00fcber Marx gesprochen und publiziert. Vorherrschend sind jedoch \u00bbMarx\u00ab-Interpretationen, die sein Denken postmodern verdrehen oder den radikalen Teil des Marxismus ignorieren. Sich in diesem akademischen Sinn mit Marx zu besch\u00e4ftigen, wird zur reinen intellektuellen Spielerei. In Seminaren wird \u00fcber Details der Wertform diskutiert \u2013 aber \u00fcber die Verbindung zum Klassenkampf kein Wort verloren. \u00dcber Kapitalismustheorien wird gefachsimpelt \u2013 aber dar\u00fcber, dass Marx die Revolution f\u00fcr notwendig h\u00e4lt, um diesen zu st\u00fcrzen, geschwiegen. Trotzdem kann es sich lohnen, diese akademischen Veranstaltungen zu nutzen, um mit marxistischer Theorie die Welt besser zu verstehen. Aber die Beschr\u00e4nktheit dieser \u00bbMarx\u00ab-Interpretationen sollte immer im Bewusstsein bleiben, um nicht bei einem halben Marx, also einer Analyse ohne folgende Praxis, stecken zu bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass an Universit\u00e4ten meist der entradikalisierte Marx behandelt wird, hat systemische Ursachen, die wir mit der marxistischen Theorie selbst gut erkl\u00e4ren k\u00f6nnen. Wie bereits beschrieben, bildet bei Marx die Art und Weise, wie Menschen produzieren, das Fundament jeder Gesellschaft. Auf dieser \u00f6konomischen Basis entstehen dann ein politisches System und vorherrschende Ideen, deren Aufgabe es ist, Klassenherrschaft und Ausbeutung abzusichern. Im Kapitalismus ist das auf der einen Seite der b\u00fcrgerliche Staat, der die Grundfesten des Kapitalismus nicht infrage stellt, und auf der anderen Seite die b\u00fcrgerliche Ideologieproduktion, also die in alle Lebensbereiche hereingetragenen Ideen, die den Kapitalismus als sinnvoll und alternativlos darstellen. Diese Ideologie wird uns tagt\u00e4glich in Schulen, am Arbeitsplatz, in den Medien und nicht zuletzt an der Universit\u00e4t in die Gehirne gekloppt. Aufgabe der Universit\u00e4ten ist es, diejenigen Menschen auszubilden, die diese Ideologie von Eigenverantwortung und Konkurrenz in unsere K\u00f6pfe tragen sollen. Vereinzelte Gesellschaftskritik an der Universit\u00e4t wird zwar geduldet, aber ein Raum f\u00fcr grundlegende Systemkritik oder radikale Politik k\u00f6nnen Universit\u00e4ten nicht sein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Um unsere Zukunft m\u00fcssen wir k\u00e4mpfen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach wie vor ist die marxistische Analyse relevant, wenn wir die Welt von heute verstehen wollen \u2013 und wir m\u00fcssen sie verstehen, um sie ver\u00e4ndern zu k\u00f6nnen. All diejenigen, denen Menschlichkeit und Solidarit\u00e4t am Herzen liegen, wissen, dass radikale Ver\u00e4nderungen bitter n\u00f6tig sind. Wahr ist aber leider auch, dass diese Ver\u00e4nderungen ihren Anfang nicht in H\u00f6rs\u00e4len und Seminarr\u00e4umen nehmen werden, sondern in Klassenk\u00e4mpfen, in K\u00e4mpfen gegen Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung rund um den Erdball. Wir leben in einer Welt, in welcher der Kapitalismus sich alles einverleibt und am Ende nur tote fruchtlose W\u00fcste \u00fcbrigl\u00e4sst. Ausbeutung und Armut sind allgegenw\u00e4rtig, die Klimakatastrophe spitzt sich rasend zu und die Konfrontation imperialistischer M\u00e4chte f\u00fchrt zu neuen Kriegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wollen wir als Menschheit eine Zukunft haben, darf der Kapitalismus keine haben. Wir brauchen ein anderes Wirtschaftssystem, eine sozialistische Gesellschaft, in der nicht die Profitinteressen weniger regieren, sondern die Bed\u00fcrfnisse der Vielen. Eine klassenlose Welt, in der gemeinsam und solidarisch dar\u00fcber entschieden wird, wie und was wir produzieren, in der nicht die Konkurrenz, sondern die Kooperation uns leitet. Diese Welt wird nicht vom Himmel fallen, sie wird uns nicht geschenkt werden, sie wird nur entstehen, wenn wir \u2013 die Klasse der Lohnabh\u00e4ngigen \u2013 uns zusammenschlie\u00dfen und die Herrschaft des Kapitals beenden. Wir haben eine Welt zu gewinnen!<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Benjamin K\u00f6rner<\/strong> ist Organizer und Teil des Kollektivs <\/em>United for Fight<em>, das Workshops und Seminare f\u00fcr Bewegungen, Gewerkschaften und politische Gruppen anbietet: <\/em><a href=\"http:\/\/www.unitedforfight.org\/\"><em>www.unitedforfight.org<\/em><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>_______________________________<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote1anc\" id=\"sdfootnote1sym\">1<\/a> Philipp Gessler : <em>\u201eMarx ist tot, Jesus lebt\u201c \u2014 \u201eDie Wende war im Kern eine Gegenrevolution\u201c<\/em>, taz online, 09.11.1999, online unter: www.taz.de<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote2anc\" id=\"sdfootnote2sym\">2<\/a> Diese bekannt gewordene Formulierung ist der erste Satz des ersten Kapitels im <em>Manifest der kommunistischen Partei<\/em>, das von Karl Marx und Friedrich Engels im Dezember 1847\/Januar 1848 verfasst wurde.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote3anc\" id=\"sdfootnote3sym\">3<\/a> Ebenfalls zu finden in der Karl Marx Friedrich Engels Gesamtausgabe. Vierte Abteilung. Band 3. Berlin 1998, S. 21.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>| von Benjamin K\u00f6rner | Wer \u00fcber Arbeit redet, sollte vom Kapitalismus nicht schweigen. Eigentlich eine banale Feststellung, jedoch stellt sich damit auch direkt die Frage, was uns der Bekannteste aller Kapitalismustheoretiker_innen, Karl Marx, heute zum Thema Arbeit noch zu sagen hat. 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