{"id":556,"date":"2021-02-19T16:27:45","date_gmt":"2021-02-19T15:27:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/?p=556"},"modified":"2021-02-19T16:27:46","modified_gmt":"2021-02-19T15:27:46","slug":"unter-ihren-augen-huch91","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/2021\/02\/unter-ihren-augen-huch91\/","title":{"rendered":"Unter ihren Augen &#8211; HUch#91"},"content":{"rendered":"\n<p>| von Kofi Shakur | <\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Netflix-Serie Who killed Malcolm X wirft einen erneuten Blick auf die Todesumst\u00e4nde des ber\u00fchmten Aktivisten und f\u00f6rdert dabei viel Altbekanntes zutage \u2013 darunter die rassistischen Motive im Handeln staatlicher Strukturen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/HUCH-91-Bildseiten34-4-1024x770.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-567\" width=\"475\" height=\"357\" srcset=\"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/HUCH-91-Bildseiten34-4-1024x770.png 1024w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/HUCH-91-Bildseiten34-4-300x225.png 300w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/HUCH-91-Bildseiten34-4-768x577.png 768w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/HUCH-91-Bildseiten34-4-24x18.png 24w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/HUCH-91-Bildseiten34-4-36x27.png 36w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/HUCH-91-Bildseiten34-4-48x36.png 48w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/HUCH-91-Bildseiten34-4.png 1171w\" sizes=\"auto, (max-width: 475px) 100vw, 475px\" \/><figcaption>Bild: Mariana Papagni<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>James Baldwin, der ein enges Verh\u00e4ltnis zu Malcolm X unterhielt, beschreibt 1972 in <em>Eine Stra\u00dfe und kein Name<\/em>, wie einfach es ist, diese zum Mythos gewordene Figur nach Belieben f\u00fcr sich in Anspruch zu nehmen. \u00dcber sein Leben und seinen Tod gibt es verschiedene Erz\u00e4hlungen je nachdem, wen man fragt. Auch die Doku-Serie <em>Who killed Malcolm X<\/em>, die im Februar 2020 auf Netflix erschienen ist, versucht sich an einer eigenen Erz\u00e4hlung der Geschehnisse um den Mord. Bei genauerer Untersuchung zeigt sich jedoch, dass es sich um eine dramatisierte Inszenierung bereits bekannter Informationen handelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nGeschichte seines Todes, wie sie bekannt ist und auch zu Beginn der\nDoku wiedergegeben wird: El-Hajj Malik El-Shabazz, besser bekannt als\nMalcolm X, wird am 21. Februar 1965 bei einer Rede im Audubon\nBallroom in New York erschossen, nachdem bereits eine Woche zuvor ein\nBombenanschlag auf sein Haus ver\u00fcbt worden war. Bis zu f\u00fcnf\nSch\u00fctzen und Gehilfen inszenieren \u2013 von seinem Sicherheitsteam\nunbemerkt \u2013 einen Tumult, der die Aufmerksamkeit der Zuh\u00f6rer_innen\nauf sich zieht. Ungew\u00f6hnlicherweise ist so gut wie keine Polizei vor\nOrt \u2013 lediglich einzelne Beamte sind auf D\u00e4chern positioniert.<\/p>\n\n\n\n<p>In den un\u00fcbersichtlichen Momenten, die dem Attentat folgen, wird einer der T\u00e4ter \u2013 Thomas Hagan aka Talmadge Hayer aus New Jersey \u2013 am Tatort von einem Bodyguard ins Bein geschossen und von den Anh\u00e4nger_innen von Malcolm X \u00fcberw\u00e4ltigt. Er wird schlie\u00dflich festgenommen, als die Polizei nach einiger Zeit in gr\u00f6\u00dferer Zahl, aber mit wenig Tatendrang oder Interesse den Ort des Geschehens betritt. Erst ein paar Tage sp\u00e4ter verhaftet die Polizei die weiteren Tatverd\u00e4chtigen Thomas 15X Johnson und Norman 3X Butler. Johnson und Butler kommen anders als Talmadge Hayer aus Harlem und sind f\u00fcr ihre Antipathien gegen\u00fcber dem Abtr\u00fcnnigen der Nation of Islam (NoI)<sup><a href=\"#sdfootnote1sym\"><sup>[1]<\/sup><\/a><\/sup> bekannt. Die drei werden zusammen verurteilt und damit ist f\u00fcr die Justiz der Mord an Malcolm X aufgekl\u00e4rt, der Fall abgeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im\nJahr 1977 macht Hayer allerdings unter Aufsicht des\nB\u00fcrgerrechtsanwalts William Kunstler zwei Aussagen, in denen er die\nUnschuld der anderen beiden Verurteilten beteuert. Darin nennt er\nerstmals namentlich vier weitere seiner Mitverschw\u00f6rer, darunter\nauch William Bradley, die alle zu der Gemeinde einer Moschee, der\nMuslim Mosque #25 in Newark, New Jersey geh\u00f6ren. In einem Interview\nmit CBS sagt James Shabazz, der damalige Minister der Mosque #25 aus\ndem betroffenen Bezirk, dass es ihn nicht \u00fcberraschen w\u00fcrde, wenn\nes nach Malcom X\u2018 Verrat an der Nation of Islam jemand auf ihn\nabgesehen h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch\ndas in der Doku rezipierte Material der FBI-Operation zu seiner\n\u00dcberwachung wird klar, dass gef\u00e4lschte Briefe und in Umlauf\ngebrachte Ger\u00fcchte Malcolm X und die NoI auseinanderbringen sollten.\nBesonders die Familie von Elijah Muhammad, dem F\u00fchrer der NoI zu\ndiesem Zeitpunkt, f\u00fcrchtet den bescheiden lebenden und politisch\nradikalen Minister Malcolm X, der mit den Details ihres Lebens\nvertraut ist. Im Streit mit der Nation offenbart Malcolm X\nschlie\u00dflich der \u00d6ffentlichkeit, dass Elijah Muhammad mit ehemaligen\npers\u00f6nlichen Sekret\u00e4rinnen Kinder gezeugt und sie aus der NoI\nversto\u00dfen hat. F\u00fcr viele Mitglieder der Nation ist das eine nicht\nwiedergutzumachende Schm\u00e4hung ihres Propheten. Und auch wenn Elijah\nMuhammad noch w\u00e4hrend seiner Amtszeit immer wieder \u00f6ffentlich\nbetont, dass niemand Hand an seinen ehemaligen Sch\u00fctzling legen\nsolle, gibt es unter Mitgliedern der NoI zahlreiche Referenzen auf\neinen herbeigesehnten Tod von Malcolm X, oft verpackt in religi\u00f6se\nMetaphern.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor\nallem im sp\u00e4teren Verlauf seines Lebens ger\u00e4t Malcolm X verst\u00e4rkt\nin das Visier des staatlichen \u00dcberwachungsapparates, da er nach\nseiner Trennung von der NoI beginnt, einen anderen Fokus zu setzen.\nMit der Muslim Mosque Inc. n\u00e4hert sich Malcolm X dem sunnitischen\nIslam an und entfernt sich von den Thesen der Nation of Islam. Dazu\nerweitert die neu gegr\u00fcndete s\u00e4kulare Organisation of Afro-American\nUnity (OAAU) ihren Bezug auf Civil Rights und betrachtet sich als\nMenschenrechtsorganisation \u00fcber Konfessionsgrenzen hinweg. Alte\nKonflikte \u2013 etwa mit Martin Luther King \u2013 sollen \u00fcberwunden und\neine breitere Front aufgestellt werden, um als legitime Vertretung\nSchwarzer Menschen in den USA auf internationaler Ebene auftreten zu\nk\u00f6nnen und f\u00fcr die Befreiung von Schwarzen Menschen weltweit zu\nk\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als\nMalcolm X nach seiner endg\u00fcltigen Trennung von der Nation im Jahr\n1964 Afrika bereist und unter anderem Mohamed Babu aus Sansibar\ntrifft, wird er vom FBI beschattet. Gleichzeitig wird ihm eine\nBehandlung zuteil, die sonst nur Staatsg\u00e4ste erfahren. Er tritt auf\nwie ein Vertreter der Schwarzen USA. Die OAAU will daf\u00fcr eine\norganisatorische Basis schaffen. Derweil stellt sich die Perspektive\neiner Revolution in den USA als immer notwendiger und\nunausweichlicher dar. So fallen schlie\u00dflich die Absichten der\nUS-Beh\u00f6rden und der NoI zusammen und die einen planen unter den\nAugen der anderen die Ermordung von Malcom X, die nur gelingen kann,\nweil sie gelingen soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nDoku stellt berechtigterweise die Frage, weshalb die beiden von\nTalmadge Hayer entlasteten Mitangeklagten nicht freigesprochen\nwurden, und der Fall nicht neu aufgerollt wurde. Bestimmte\nHinterm\u00e4nner sollen gesch\u00fctzt werden, so die Vermutung der\nHistoriker_innen in der Doku. Erst im Jahr 2010 st\u00f6\u00dft Abdur-Rahman\nMuhammad, Protagonist der Serie <em>Who\nkilled Malcom X, <\/em>durch\nZufall darauf, dass der vormals als William Bradley bekannte,\njuristisch unbelangte, aber mutma\u00dfliche M\u00f6rder unter dem Namen\nAl-Mustafa Shabazz ungest\u00f6rt weiterhin in Newark lebt. Schlie\u00dflich\ngewinnen Muhammads Erkenntnisse gen\u00fcgend Aufmerksamkeit, um ihn als\nErz\u00e4hler und Protagonisten in der Netflix-Doku die Biografie und die\nUmst\u00e4nde des Todes von Malcolm X beleuchten zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im\nRahmen dieser Arbeit wird nun auch der Fall von Norman 3X Butler, der\ninzwischen als Muhammad Abdulaziz bekannt ist und 1985 aus der Haft\nentlassen wurde, neu aufgerollt. In der Doku wird geschildert, dass\nButler und Johnson sich dem Audubon Ballroom auf keinen Fall gen\u00e4hert\nhaben k\u00f6nnen, da sie und ihre Feindschaft zu Malcolm X bekannt\nwaren. Unter dem Filmmaterial, das der Produktionsfirma laut dem\nJournalisten und Historiker Karl Evanzz zugesandt worden sein soll,\nbefindet sich jedoch eine Aufnahme, auf der Sharon 6X Poole, zu dem\nZeitpunkt Sekret\u00e4rin von Malcolm, zu h\u00f6ren ist, wie sie sagt, dass\ndie Sch\u00fctzen Schwarze Muslime aus Harlem waren und sie Butler an\nseinem Mantel erkannt h\u00e4tte. Das Material, so Evanzz, wurde nicht\nweiter beachtet und auf seine Nachfrage, ob von ihm nicht n\u00e4her\ngenannte, bestimmte Personen vor die Kamera treten k\u00f6nnten,\nreagierte die Produktionsfirma nicht, weswegen er auch ablehnte, an\nder Serie mitzuarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>\nBaba\nZak Kondo, der kurz in der Doku auftaucht, macht bereits 1993 in\nseinem nach elf Jahren Recherche erschienenen Buch <em>Conspiracies:\nUnravelling the Assassination of Malcolm X<\/em>\nAngaben zu den vier M\u00e4nnern, die Hayer in seinem Affidavit 1977\nnennt. Leon Davis etwa soll in Paterson, New Jersey leben. F\u00fcr Kondo\nist es unverst\u00e4ndlich, dass niemand den Versuch unternommen hat, ihn\nzu kontaktieren, um den Fall so m\u00f6glicherweise aufzukl\u00e4ren. Denn im\nGegensatz zu Evanzz ist Kondo davon \u00fcberzeugt, dass Butler und\nJohnson unschuldig sind. Die Doku folgt in ihrem Narrativ zu gro\u00dfen\nTeilen seiner Arbeit. Es handelt sich also weder um komplett neue\nErkenntnisse, und bis auf den neuen Namen von William Bradley und\ndessen Aufenthaltsort auch nicht um Erkenntnisse, die Abdur-Rahman\nMuhammad selbst gewonnen h\u00e4tte. Denn in Newark war und ist die\nAnwesenheit Bradleys in der Community ein offenes Geheimnis. Lange\nZeit lebt er als rehabilitiertes Mitglied der Gemeinschaft und taucht\nals Leiter eines Boxvereins f\u00fcr Jugendliche sogar in einem Werbespot\nauf \u2013 wodurch er letzten Endes auch von Muhammad ausfindig gemacht\nwird. Dies passiert jedoch wie gesagt 2010 \u2013 also vor einer Dekade.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr\ndie Dramaturgie der Doku ist es jedoch anscheinend notwendig, diese\nInformation bis zum Schluss zur\u00fcckzuhalten. St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck\nn\u00e4hern wir uns den wirklichen Tatsachen, und sto\u00dfen immer wieder\nauf Personen, die vielleicht die Wahrheit wissen k\u00f6nnten, in der\nHoffnung, dass sie sie mit dem Publikum teilen. Als das Geheimnis\n\u00fcber die Identit\u00e4t von William Bradley aka Al-Mustafa Shabazz\ngel\u00fcftet ist, versucht Muhammad, diesen pers\u00f6nlich aufzusuchen.\nGenau an diesem Tag erf\u00e4hrt er jedoch von dessen Tod. Der letzte\nTeil des R\u00e4tsels, n\u00e4mlich der wahrscheinlich letzte lebende\nAttent\u00e4ter, entzieht sich somit dauerhaft unserem Zugriff.<\/p>\n\n\n\n<p>Daneben\nf\u00e4llt auf, dass neben Baba Zak Kondo \u2013 ohne diesen allerdings in\ndem Ma\u00dfe, in dem sein Buch der Doku als Grundlage dient, als Quelle\nzu benennen \u2013 vor allem die Biographie von Manning Marable\nherangezogen wurde, um den n\u00f6tigen Kontext zu liefern. Zaheer Ali,\nder als Forscher an Marables Biographie beteiligt war, spielt\nebenfalls eine Rolle in der Doku. Das Buch ist jedoch \u00e4u\u00dferst\numstritten. Herb Boyd sowie Jared Ball und Todd Burroughs brachten\njeweils Gegendarstellungen mit dem Titel <em>Malcolm\nX: Real not Reinvented <\/em>bzw.\n<em>A\nLie of Reinvention <\/em>heraus,\nin denen unter anderem Karl Evanzz, Zak Kondo, Mumia Abu-Jamal,\nTa-Nehisi Coates und nicht zuletzt Malcolm X\u2018 Tochter Ilyasah\nShabazz zu Wort kommen. Viele der Historiker_innen und Bekannten von\nMalcolm X werfen Marable vor, Tatsachen verf\u00e4lscht oder\nInformationen aus fehlerhaften Quellen \u00fcbernommen zu haben. Jared\nBall erw\u00e4hnt auch die Lektorin des Buches, die nach eigenen Angaben\naus einer eher konservativen Familie stammt, in der die radikale\nHaltung von Malcolm X und seine Ablehnung der Integration als\neinsch\u00fcchternd wahrgenommen wurde. Sie habe auch in gewissem Ma\u00dfe\nmit der Zustimmung von Marable \u00c4nderungen am Manuskript vorgenommen.\nDaraus schlie\u00dft Ball, dass durch ihre Voreingenommenheit besonders\nnach Marables Tod bedeutende Elemente seiner politischen Ausrichtung\nverw\u00e4ssert worden sein k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Was\ndie Darstellung des Todes von Malcolm X in der Doku betrifft, bleibt\ndas Bild somit leider unvollst\u00e4ndig und die zugrundeliegende\nRecherche oft l\u00fcckenhaft. Hervorheben kann man jedoch, dass die \nDoku einer breiten \u00d6ffentlichkeit vor Augen f\u00fchrt, mit welchen\nMitteln Polizei und FBI auch heute noch gegen Schwarze Bewegungen\nvorgehen. Gef\u00e4lschte Briefe, abgeh\u00f6rte Telefonate und in Umlauf\ngebrachte Ger\u00fcchte geh\u00f6ren dabei zur Grundausstattung.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer\nMalcolm X nun get\u00f6tet hat, wird von der Doku nicht abschlie\u00dfend\nbeantwortet. Butler und Johnson werden jedoch als unschuldig\nangesehen und der Fokus vor allem auf William Bradley aka Al-Mustafa\nShabazz gelegt. Auf die weiteren, von Hayer belasteten mutma\u00dflichen\nM\u00f6rder wird nicht im gleichen Ma\u00dfe eingegangen. Auch die Frage, wer\nf\u00fcr den Mord verantwortlich war, wird mit Blick auf das FBI und die\nNew Yorker Polizei nur ansatzweise gekl\u00e4rt. Eindeutig ist, dass\nsowohl die F\u00fchrungsebene der NoI als auch der Staat ein Interesse an\nseinem Tod hatten. Sowohl Elijah Muhammad als auch J. Edgar Hoover,\nder damalige Leiter des FBI, haben sich in bestimmten Situation f\u00fcr\nseinen Tod ausgesprochen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mord an Malcolm X und wenige Jahre sp\u00e4ter der Mord an Martin Luther King, wie auch die vielen Morde an Mitgliedern der Black Panther Party und das allgemeine Niveau der Repression gegen linke und Schwarze Bewegungen \u00fcberlassen einen Gro\u00dfteil politischer Aktivist_innen entweder dem Tod oder dem Gef\u00e4ngnis. Rassismus und Polizeigewalt nehmen jedoch nicht ab, sondern treten immer offener zutage, was sich an den Protesten zeigt, die sich international ausgebreitet haben. Wie der Black Panther, Black Liberation Army Gr\u00fcnder und ehemalige politische Gefangene Dhoruba bin Wahad sagte, handelt es sich dabei jedoch nicht um eine Niederlage. Der Kampf wurde lediglich an die n\u00e4chste Generation weitergegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>_________________________________________<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote1anc\">[1<\/a>] Die Nation of Islam ist eine Schwarze nationalistische Gruppe in den USA. Die Lehren ihres Gr\u00fcnders Wallace D. Fard weichen stark von anderen Str\u00f6mungen innerhalb des Islam ab. Der als \u00bbMessenger\u00ab bekannte Nachfolger Fards, Elijah Muhammad, hat anf\u00e4nglich ein v\u00e4terliches Verh\u00e4ltnis zu Malcolm X, der zum bekanntesten Sprecher der Nation wird. mithilfe gezielter Manipulation durch das FBI und Mitglieder aus Elijah Muhammads eigener Familie zerbricht jedoch die Beziehung der beiden an den schon vorher aufkommenden Widerspr\u00fcchen. Muhammad duldete Malcolms Drang nach Politisierung der Schwarzen Muslime nicht. In der Doku hei\u00dft es dazu sinngem\u00e4\u00df: Elijah Muhammad war religi\u00f6s, Malcolm X war politisch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>| von Kofi Shakur | Die Netflix-Serie Who killed Malcolm X wirft einen erneuten Blick auf die Todesumst\u00e4nde des ber\u00fchmten Aktivisten und f\u00f6rdert dabei viel Altbekanntes zutage \u2013 darunter die rassistischen Motive im Handeln staatlicher Strukturen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-556","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/556","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=556"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/556\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":570,"href":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/556\/revisions\/570"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=556"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=556"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=556"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}