{"id":423,"date":"2020-05-05T17:49:02","date_gmt":"2020-05-05T15:49:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/?p=423"},"modified":"2021-01-14T12:50:03","modified_gmt":"2021-01-14T11:50:03","slug":"gelb-sehen-in-gruen-huch90","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/2020\/05\/gelb-sehen-in-gruen-huch90\/","title":{"rendered":"Gelb sehen in gr\u00fcn &#8211; HUch#90"},"content":{"rendered":"\n<p>| Von Elio Nora Hillermann |<\/p>\n\n\n\n<p><em>R\u00fcckblickend auf die Mobilisierungen der Gilets Jaunes lassen sich individuelle Politisierungsprozesse ausmachen, die Perspektiven f\u00fcr neue politische Handlungsspielr\u00e4ume offenlegen \u2013 und Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr die Klimafrage darstellen.&nbsp; <\/em><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Seit mehr als einem Jahr widersetzen sich die\nGilets Jaunes der b\u00fcrgerlichen Hoffnung sowie der revolution\u00e4ren Angst, dass\nsie vom Fenster der politischen Auseinandersetzungen in Frankreich verschwinden\nwerden. Zeit f\u00fcr ein Update also: Im Anschlu\u00df an meinen in der HUch#89 erschienenen Text zu den Gilets Jaunes, in\ndem ich deren Charakter einer <em>sozialen<\/em>\nBewegung in der langen \u2013 und andauernden \u2013 Sequenz von Protesten, Aktionen und\nlokaler Organisation aufzuzeigen versuchte, m\u00f6chte ich die soziale Frage, welche\ndie Gilets Jaunes auf den Plan gerufen haben, hier wieder aufnehmen und sie in\nden Kontext der allgegenw\u00e4rtigen Klimaproteste stellen. Anschlie\u00dfend an erste\n\u00dcberlegungen zur Verortung der Gilets Jaunes im Feld der Klimafragen- und\nk\u00e4mpfe m\u00f6chte ich eine These zu Prozessen politischer Subjektivierung in der\nBewegung der Gilets Jaunes vorschlagen, diese dann auf die Klimabewegung\nbeziehen, um schlie\u00dflich Parallelen und Divergenzen zwischen Klimabewegung und\nGilets Jaunes auszumachen \u2013 und das Potential einer Konvergenz einzusch\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Systemsprenger_innen f\u00fcrs Klima<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst einmal mag es durchaus merkw\u00fcrdig\nerscheinen, die Bewegung der Gilets Jaunes \u00fcberhaupt mit den rasant wachsenden\nKlimak\u00e4mpfen in Verbindung zu setzen. Denn die sich seit November 2018 unter\ndem Symbol der gelben Weste mobilisierenden Massen richteten sich zun\u00e4chst\ngegen eine Erh\u00f6hung der Kraftstoffsteuer, einen Gesetzesentwurf der\nfranz\u00f6sischen Regierung, der einer Verringerung von Treibhausemissionen dienen\nsollte. Auf den ersten Blick wendeten sich die Gilets Jaunes also gegen eine\nklimapolitische Ma\u00dfnahme,\nweshalb die Bewegung von der medialen \u00d6ffentlichkeit als Anti-Klima-Protest\ngebrandmarkt wurde. Es ist jedoch wichtig, zu unterstreichen, dass die Kritik\nder Gilets Jaunes an der Kraftstoffsteuer nicht den Klimaschutz in Frage\nstellte, sondern die neoliberale und anti-soziale Politik Emmanuel Macrons und\nseiner Regierung. Denn die Reform der Kraftstoffsteuer zielte\nletztlich darauf, \u00fcber h\u00f6here Benzinpreise die Reduzierung des nationalen CO2-Fu\u00dfabdrucks auf die Autofahrer_innen in Frankreich abzuw\u00e4lzen \u2013 eine Ma\u00dfnahme ganz im Sinne des Green Capitalism, d.h. dem irrationalen Versuch, die\nKlimakrise innerhalb des Systems der auf Wachstum und Ressourcenausbeutung\nangewiesenen freien Marktwirtschaft zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser grunds\u00e4tzliche Widerspruch zwischen\nAufrechterhaltung kapitalistischer Wirtschaftsformen und dem Anspruch, unseren\nPlaneten zu retten, l\u00e4sst sich in Bezug auf die geplante Gesetzes\u00e4nderung\nkonkret aufzeigen \u2013 denn diese Ma\u00dfnahme zum Klimaschutz zu ergreifen, ist in\n\u00f6kologischer Hinsicht doppelt unsinnig. <em>Erstens<\/em> ist n\u00e4mlich der gr\u00f6\u00dfte\nTeil der Emissionen von Treibhausgasen nicht auf den Bereich\nder Konsumtion zur\u00fcckzuf\u00fchren, sondern auf jenen der Produktion, weshalb der\nerste Schritt zu ihrer Reduzierung eine scharfe Kontrolle der Industrie und der\nsie dominierenden gro\u00dfen, oft multi- oder internationalen Unternehmen\nbeinhalten m\u00fcsste. Eine Erh\u00f6hung von Kraftstoffsteuern ist <em>zweitens <\/em>insofern \u00f6kologisch unsinnig, als der gr\u00f6\u00dfte Anteil der von\nKonsumverhalten \u2013 nicht von Produktion \u2013 herr\u00fchrenden Emissionen auf einkommensstarke\nSchichten entf\u00e4llt, auf soziale Gruppen also, denen h\u00f6here Kraftstoffpreise\nmehr oder weniger egal sein k\u00f6nnen, und die ihr Konsumverhalten entsprechend\nauch mit einem restriktiveren Gesetz nicht \u00e4ndern w\u00fcrden.<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a>\nDie Steuerreform repr\u00e4sentierte also vornehmlich einen klimapolitisch\nsinnfreien Schritt einer Regierung, die ihr Image \u00fcber die Klimafrage aufpolieren will, dabei aber an ihrer neoliberalen\nSchiene festh\u00e4lt und die Rechnung ohne die Bev\u00f6lkerung macht, von der sie einfach\nerwartet, die Kosten ihrer Sperenzchen zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Entsprechend stellte sich das Unterfangen der Steuerreform als\npolitischer Suizidversuch heraus. Denn die bereits <em>vor<\/em> der neu\nangesetzten Steuererh\u00f6hung unglaublich hohen Benzinpreise h\u00e4tten f\u00fcr alle\nprek\u00e4r angestellten und auf ihr Auto angewiesenen Personen <em>mit <\/em>der neuen\nSteuer eine massive Existenzbedrohung dargestellt. Es handelte sich n\u00e4mlich vornehmlich\num Menschen, die ihr Auto entweder zur Aus\u00fcbung ihres Berufs ben\u00f6tigen\n(beispielsweise Pflegekr\u00e4fte, die den ganzen Tag von einem Privathaushalt zum\nn\u00e4chsten fahren), oder nur mit dem Auto zur Arbeit kommen k\u00f6nnen, da sie in\nl\u00e4ndlichen, schlecht angebundenen Gegenden wohnen.<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> Und\nda f\u00fcr sie der Lohn gerade so ausreicht, um Grundbed\u00fcrfnisse und das notwendige\nBenzin f\u00fcr einen solchen Arbeitsalltag zu bezahlen, war die Perspektive eines\naufgrund von Benzinpreisen immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Lochs in der Tasche eine so\nterrorisierende Vorstellung, dass sie sich zusammengeschlossen und gelbe Westen\nangezogen haben, dass sie massenhaft das Land blockiert und in spektakul\u00e4ren\nDemonstrationen ihrer Wut Ausdruck verliehen haben. Die geradezu regierungsverachtende Dynamik, welche die Gilets Jaunes\ndamit entfesselt haben, zeigt, dass eine Klimapolitik, die blo\u00df an kleinen\nStellschr\u00e4ubchen innerhalb des Systems dreht, die eine Einhegung von Emissionen\n\u00fcber Konsum erreichen will und damit die ohnehin schon zu prek\u00e4ren\nSchichten zus\u00e4tzlich belastet, grunds\u00e4tzlich falsch angelegt ist. Es\npositionierten sich also nicht die Gilets Jaunes gegen den Klimaschutz, sondern die neoliberale Regierung Macrons entschied\nsich sowohl gegen eine Politik, welche die Bed\u00fcrfnisse der eigenen Bev\u00f6lkerung\nernst nimmt, als auch gegentats\u00e4chlich <em>sinnvolle <\/em>klimapolitische\nMa\u00dfnahmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dieser Kritik an der Steuerreform im Hinterkopf\nund damit auch mit einer \u00fcber Konsumregulierung hinausgehenden Perspektive auf\nsinnvolle Klimapolitik, kann das Verh\u00e4ltnis der Gilets Jaunes zum Klimakampf\nneu gedacht werden. Es k\u00f6nnen so n\u00e4mlich Dinge, welche die Gilets Jaunes in\nihrer Praxis als soziale Bewegung angreifen \u2013&nbsp;\nKnotenpunkte der kapitalistischen Warenzirkulation bei Blockaden,\nSymbole nationalstaatlicher Herrschaft bei Demonstrationen \u2013 als\nstellvertretend betrachtet werden f\u00fcr das System, welches bek\u00e4mpft werden muss,\nwenn die endg\u00fcltige Zerst\u00f6rung der Erde aufgehalten werden soll. Und insofern\nk\u00f6nnen die Gilets Jaunes vielleicht sogar viel eher als die Climate Marches und Freitagsstreiks als eine Bewegung bezeichnet\nwerden, welche das Klimaproblem an der Wurzel angeht. Denn die Gilets Jaunes\nhaben sich insbesondere im Zuge der voranschreitenden Mobilisierungen \u00fcber die\nMonate hinweg zunehmend zu einer Bewegung entwickelt, die das System \u2013 sowohl\ndas wirtschaftliche, als auch das politische \u2013 ganz grunds\u00e4tzlich in Frage\nstellt und anzugreifen versucht. Und dabei ist es keinesfalls so, dass die\nRolle der Gilets Jaunes im Hinblick auf den Klimakampf eine unbewu\u00dfte, nur aus\neiner prek\u00e4ren \u00f6konomischen Situation heraus erwachsene w\u00e4re. Sie formulieren\nganz deutlich, dass der Kampf gegen die Zerst\u00f6rung des Planeten Teil ihres\nKampfes ist. Auf unz\u00e4hligen gelben Westen, Transparenten und Protestschildern\nliest man die Parole \u00bbFin du monde, fin du mois, m\u00eame syst\u00e8me, m\u00eame combat\u00ab\n(Ende der Welt, Ende des Monats, gleiches System, gleicher Kampf). Damit sind\nzwei politische Herausforderungen \u2013 Klimakampf gegen den Weltuntergang und\nsozialer Kampf gegen das finanzielle Zittern am Ende des Monats \u2013 in einer\nFormel auf den Punkt gebracht. Beide Probleme sind vom kapitalistischen System\ngeneriert, also kann der Kampf nur ein gemeinsamer sein \u2013 gegen das System.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Politische\nSubjektivierung in Gelb<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dass die Gilets Jaunes nicht nur in ihrer radikalen, praxisverankerten\nKritik an liberaler Demokratie und kapitalistischem Wirtschaftssystem eine\npolitische Kraft im Klimakampf darstellen, sondern dies auch aktiv auf ihre\nFahnen schreiben, ist eine Beobachtung aus den vergangenen Monaten der\nMobilisierung. <em>Weshalb<\/em> dem so ist, soll im Folgenden nachvollziehbar\nwerden. Die Menschen, die als Gilets Jaunes auf die Stra\u00dfe gehen, waren vor\nBeginn der Proteste mehrheitlich wenig politisiert, bezeichneten sich mitunter\nsogar als unpolitisch<em>, <\/em>und\nihr Interesse an klimapolitischen K\u00e4mpfen war entsprechend gering. Um ihre\nEntwicklung hin zu dezidierten Klimaaktivist_innen zu verstehen, macht es Sinn,\ndie Ebene individueller Subjektivierungsprozesse zu betrachten, die einzelne\nPersonen als Teilnehmer_innen an dem kollektiven Geschehen durchlaufen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein gro\u00dfer Teil der Gilets Jaunes ging ganz zu Anfang der\nMobilisierungen mit der \u00dcberzeugung auf die Stra\u00dfe, dass die Regierung sich\nIhrer Anliegen annehmen w\u00fcrde, dass sie als B\u00fcrger_innen geh\u00f6rt und ernst\ngenommen werden w\u00fcrden. Doch die angestaute Wut \u00fcber die Politik der Regierung\nunter Macron, welche konsequent die Bed\u00fcrfnisse der Bev\u00f6lkerung \u00fcbergangen\nhatte, brach sich von Anfang an in so heftigen und gewaltvollen Handlungsweisen\nseitens der Protestierenden Bahn, dass einerseits die Regierung eine harte\nAbwehrhaltung einnahm und die Proteste mit einer erbarmungslosen Repression\nniederzudr\u00fccken versuchte, dass sich aber andererseits in dieser\nKonfrontationsstellung die Gilets Jaunes den Raum nahmen, den sie sich er\u00f6ffnet\nhatten, und Forderungen weit \u00fcber den R\u00fcckzug der Kraftstoffsteuer hinaus auf\nden Plan riefen \u2013 allen voran jene nach einer direkteren Partizipation an\npolitischen Entscheidungen, d.h. einem Abbau der repr\u00e4sentativen Demokratie.\nDamit gingen sie weit \u00fcber das hinaus, was die Regierung auch nur im Traum zuzugestehen\nbereit gewesen w\u00e4re. Entsprechend blieb die einzige Ma\u00dfnahme der Regierung, die\nden Gilets Jaunes auf rechtlicher bzw. \u00f6konomischer Ebene tats\u00e4chlich\nentgegenkam, der R\u00fcckzug der geplanten Kraftstoffsteuer. Alle weiteren\nAnliegen, die auf der Stra\u00dfe, in Fernsehshows, in ver\u00f6ffentlichten Forderungen\nvon den Gilets Jaunes ge\u00e4ussert wurden, ignorierte die Regierung, ohne sich in\nihrem neoliberalen Programm beirren zu lassen. Den anfangs fast naiv auf eine\nReaktion der Regierung wartenden Gilets Jaunes wurde also in k\u00fcrzester Zeit\nbewusst, dass man nicht nur ihre Anliegen ignorierte, sondern auch mit\nGummigeschossen und Granaten auf sie zu schie\u00dfen bereit war, wenn sie ihren\nProtest weiterf\u00fchrten. Die Erfahrung dieser physischen Gewalt, die in der schockierenden\nBilanz von 11 Toten<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a>,\n25 Erblindungen, 5 zerfetzten H\u00e4nden, und insgesamt zwischen 2 500 und 4 000\nVerletzten ihren grausamsten Ausdruck findet<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a>, ging\nan den Menschen nicht spurlos vor\u00fcber, sondern wurde zu einem zentralen Motiv\nder Bewegung.<\/p>\n\n\n\n<p>Und mit der physischen Repression war es nat\u00fcrlich nicht genug \u2013 auf\njuristischer Ebene zeichnete sich sehr schnell eine \u00e4hnliche Entwicklung ab.\nAnstelle von Reformen <em>im Sinne<\/em> der Gilets Jaunes nahm die\nRegierung mit der Zeit Gesetzes\u00e4nderungen vor, die sich spezifisch <em>gegen<\/em> die Gilets Jaunes\nrichteten. Darunter fanden sich vornehmlich Einschnitte in die\nVersammlungsfreiheit und in das Recht auf freie Meinungs\u00e4u\u00dferung. So wurde etwa\nmit der sogenannten <em>Loi anti-casseurs<\/em> vom 10. April\n2019 den Polizeipr\u00e4fekturen erm\u00f6glicht, Einzelpersonen Demonstrationsverbote zu\nverh\u00e4ngen, und Menschen wegen Vermummung (die oft zum Schutz vor Tr\u00e4nengas\nnotwendig ist) festzunehmen. Ein weiteres Element bestand darin, massenhaft von\nder M\u00f6glichkeit pr\u00e4ventiver Festnahmen Gebrauch zu machen.<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> Diese\nletztere Form juristisch-polizeilicher Repression geht so weit, dass es heute\nweitgehend unm\u00f6glich ist, in gelber Weste zu demonstrieren. Das Anmelden von\nGilet-Jaunes-Demonstrationen wird von den Polizeipr\u00e4fekturen selten gew\u00e4hrt,\nund wenn die Menschen versuchen, unangemeldet zu Demonstrieren, sorgen spezifisch\nf\u00fcr Demonstrationstage erstellte Erlasse daf\u00fcr, dass die Polizei jede Person,\ndie eine gelbe Weste tr\u00e4gt oder auch nur im Rucksack hat, pr\u00e4ventiv festnehmen\ndarf. Damit werden die Proteste zunehmend zum Verstummen gebracht und das\nSymbol, welches ein Jahr lang die politische Opposition in Frankreich\nverk\u00f6rpert hat, wird aus dem \u00f6ffentlichen Raum verbannt. Die Regierung r\u00e4umt\nalso den politischen Gegner, der auf der Stra\u00dfe agiert, mit Methoden, die sich\nvon Grundrinzipien der Rechtsstaatlichkeit zunehmend entfernen, brutal aus dem\nWeg.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist beinahe unglaublich, dass die Gilets Jaunes auf diese\nKombination aus politischem Ignoriertwerden, juristischer Drangsalierung und\nimmenser physischer Polizeigewalt nicht mit Resignation reagierten, sondern mit\neiner immer offenkundiger werdenden Radikalisierung und zunehmender\nBestimmtheit, den Kampf weiterzuf\u00fchren. Die Repression, die vom Staat ausging,\nhatte eine Politisierung im Sinne der Bildung einer radikalen Opposition\ngegen\u00fcber dem Staatsapparat zur Folge \u2013 aus der Opposition gegen <em>eine<\/em> Reform wurde eine\nOpposition gegen\u00fcber dem repr\u00e4sentativen Parteiensystem der liberalen\nDemokratie <em>als solcher<\/em>. Die St\u00e4rke und das revolution\u00e4re Potential der\nGilets Jaunes scheinen also in genau diesem konsequenten Bestehen auf\nkompromissloser Kritik, und in der damit einhergehenden totalen Verweigerung\nvon Kommunikation oder gar Kooperation mit der Regierung zu bestehen.<a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a>\nInsofern kann gerade das fehlende Eingel\u00f6stwerden der politischen Forderungen\nder Gilets Jaunes als Erfolg verstanden werden \u2013 als ein Hinausweisen \u00fcber den <em>status\nquo.<\/em> Repression\nund Radikalisierung stehen somit in einem dialektischen Verh\u00e4ltnis zueinander,\nin dem sich beide notwendig und gegenseitig intensivieren. Dabei erzeugen sie\nein revolution\u00e4res Potential, das sich konkret darin niederschl\u00e4gt, dass sich\nMenschen politisch neu ausrichten, Interesse an revolution\u00e4ren und emanzipatorischen\nIdeen und Handlungsweisen entwickeln und sich f\u00fcr zuk\u00fcnftige soziale Bewegungen\nsensibilisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf individueller Ebene haben diese Entwicklungen dazu gef\u00fchrt, dass\neinzelne Personen durch die pr\u00e4genden Erfahrungen der Proteste und der\nRepression, durch die Einsicht in die Gewalt des Systems und durch die\nkollektiven Erlebnisse gegenseitiger Unterst\u00fctzung und Solidarit\u00e4t zu\npolitischen Subjekten geworden sind. Sie haben Prozesse politischer\nSubjektivierung durchlaufen, die nicht mehr ungeschehen gemacht werden k\u00f6nnen.\nDie kollektive Macht, welche diese Menschen in vielen Momenten ihres\nWiderstands erlebten, hat ihnen deutlich gemacht, dass Politik f\u00fcr sie nicht\nblo\u00df Kreuzchen machen bedeuten muss, sondern dass sie gemeinsam demokratische\nGewalt aufbauen und politisch etwas bewegen k\u00f6nnen. Dabei blitzte die\nM\u00f6glichkeit, dass alles anders sein k\u00f6nnte, in gemeinsamen Aktionen und in den\nAns\u00e4tzen horizontaler Organisation, in Blockaden und Besetzungen, in\ngegenseitiger Unterst\u00fctzung bei Demonstrationen, in unz\u00e4hligen kleinen und\ngro\u00dfen Momenten auf. Zudem hat gerade die Erfahrung der Polizeigewalt dazu\ngef\u00fchrt, dass unglaublich viele Gilets Jaunes sich beispielsweise mit\nantirassistischen K\u00e4mpfen in den <em>Quartiers Populaires<\/em> solidarisiert\nhaben \u2013 mit K\u00e4mpfen in den franz\u00f6sischen Vorst\u00e4dten also, die von sozialer\nSegregation, von Kriminalit\u00e4t und dadurch von konstanter, rassistischer\nRepression durch die Polizei gepr\u00e4gt sind.<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Es hat sich also eine gro\u00dfe Gruppe an Menschen formiert, die als \u201aneue\u2018\npolitische Subjekte zu bereits existierenden emanzipativen K\u00e4mpfen hinzusto\u00dfen\nund damit erm\u00f6glichen, dass punktuell eine sogenannte <em>convergence des\nluttes, <\/em>eine Konvergenz der K\u00e4mpfe, m\u00f6glich wird. Und es ist diese\nPerspektive, aus welcher die Involviertheit der Gilets Jaunes im Klimakampf zu\nbetrachten ist. Die Erfahrung eines bestimmten, radikalen Protests hat einzelne\nIndividuen einer subjektiven Politisierung unterzogen, die sie f\u00fcr andere\nK\u00e4mpfe sensibel gemacht hat. Die Frage, <em>weshalb<\/em> einige Gilets Jaunes\nsich ganz explizit den Klimaprotesten anschlie\u00dfen, kann also mit dieser Analyse\npolitischer Subjektivierung beantwortet werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gelbgr\u00fcne\nParallelen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn die eben entwickelte These, dass ein bestimmter, auf ein\nspezifisches Thema fokussierter Protest die einzelnen an ihm teilnehmenden\nIndividuen in einem Prozess politischer Subjektivierung radikalisieren und\nihren politischen Handlungsraum erweitern kann, dann kann in der Folge die\nFrage gestellt werden, ob eben dieses Entwicklungsmuster nicht auch f\u00fcr die\njunge und bisher im Vergleich zu den Gilets Jaunes wenig radikale Klimabewegung\ngilt. Dies w\u00fcrde bedeuten, dass die jungen Menschen, die heute f\u00fcr den Planeten\nund f\u00fcr ihre Zukunft auf die Stra\u00dfe gehen, die streiken, sich organisieren und\nimmer mehr Menschen mobilisieren \u2013 dass diese Individuen in ihrem kollektiven\nHandeln einen \u00e4hnlichen Prozess der Politisierung und potentiell auch der\nRadikalisierung durchlaufen, wie es bei den Gilets Jaunes der Fall war.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun gibt es zumindest einen Anhaltspunkt, der auf eine solche oder\n\u00e4hnliche Entwicklung verweist. Was bei den Gilets Jaunes als ma\u00dfgeblicher Motor\nf\u00fcr die Politisierung der Bewegung gesorgt hat, war der Umstand, dass die\nRegierung ihre Anliegen weitgehend ignoriert hat, und dass mit diesem\nIgnoriertwerden eine Kritik an den institutionalisierten Mechanismen der\nrepr\u00e4sentativen Demokratie aufkam. Eine \u00e4hnliche Entwicklung zeichnet sich auch\nin der Klimabewegung ab \u2013 zumindest in Deutschland ist die Regierung weit davon\nentfernt, <em>wirklich<\/em> auf die Forderungen der Klimabewegung einzugehen,\nsondern hat beispielsweise mit dem an allen Enden defizit\u00e4ren Klimapaket\ngezeigt, dass sie der Dringlichkeit radikalen klimapolitischen Handelns, das\nseit Monaten auf der Stra\u00dfe gefordert wird, keine gro\u00dfe Wichtigkeit beimisst.\nInsofern ist es durchaus plausibel, wenn nicht sogar bereits absehbar, dass die\njungen Menschen beginnen, die Strukturen grunds\u00e4tzlich zu hinterfragen, mit\ndenen sie aufgewachsen sind, und von denen ihnen vorgegaukelt wurde, dass sie\ngenauso richtig wie nat\u00fcrlich seien \u2013 dass Demokratie nur als repr\u00e4sentative\nund Wirtschaft nur als kapitalistische funktionieren k\u00f6nne. Dass aus den Reihen\nvon Fridays for Future und zuweilen auch von Extinction Rebellion zunehmend\nKritik am Kapitalismus zu h\u00f6ren ist, scheint dies zu belegen; die kritische\nAuseinandersetzung mit dem Klimawandel hat diese Menschen zumindest zu einer\ndezidierten Kapitalismuskritik gef\u00fchrt. Ein Schritt ist also getan.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun verh\u00e4lt es sich aber mit dem zweiten gro\u00dfen Faktor, der bei den\nGilets Jaunes zu einer ruckartigen, heftigen Politisierung gef\u00fchrt hat \u2013 der\nRepression n\u00e4mlich \u2013 bei der Klimabewegung durchaus anders. W\u00e4hrend die Gilets\nJaunes durch die Erfahrung physischer und juristischer Gewalt in einen Prozess\ndes Hinterfragens staatlicher Strukturen taumelten und sich f\u00fcr viele von ihnen\neine \u00fcber diese Erfahrung vermittelte Einsicht in die strukturelle Gewalt des\nSystems auftat, ist dieser substanzielle Motor der Radikalisierung in der\nKlimabewegung verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig abwesend. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die\nbeiden Bewegungen durch Klassenunterschiede gekennzeichnet sind, aus denen sehr\nunterschiedliche Aktionsformen resultieren. Die Klimabewegung setzt sich\n\u00fcberwiegend aus Personen der wei\u00dfen Mittelschicht zusammen, aus Menschen der\nb\u00fcrgerlichen Klasse also, die bei einem tats\u00e4chlich revolution\u00e4ren Umsturz\netwas zu verlieren h\u00e4tten und entsprechend kein Interesse daran haben, das\nbestehende System grunds\u00e4tzlich anzutasten. Ihre Forderungen bewegen sich also\ninnerhalb des Rahmens der liberalen Demokratie, die das kapitalistische\nWirtschaftssystem tr\u00e4gt, und dies schl\u00e4gt sich in ihrer Praxis nieder. In den\nmeisten F\u00e4llen demonstrieren sie in angemeldeten, legalen Demonstrationen und\nverurteilen Gewaltanwendung zur Durchsetzung politischer Ziele.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem gegen\u00fcber gehen die Gilets Jaunes, ihrerseits vornehmlich aus\nMenschen der unteren Mittel- und Unterschicht bestehend, aufgrund dringender\nmaterieller Zw\u00e4nge auf die Stra\u00dfe, weil sie kollektiv festgestellt haben, dass\nsie nicht mehr \u00fcber die Runden kommen, wenn sich nichts \u00e4ndert. Es sind dies\nalso Personen, die man einer Art heterogener proletarischer Klasse zuordnen\nkann: Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben. Sie sind entsprechend zu\nsehr viel mehr bereit und halten nicht unbedingt am System der liberalen\nDemokratie fest. Und auch hier schlagen sich diese \u00f6konomisch-sozialen\nVorbedingungen in der Praxis nieder \u2013 die Wut \u00fcber eine herablassende und\nbevormundende Regierung brach sich bei den Gilets Jaunes in gewaltsamen\nProtesten Bahn, in massenhaftem Ungehorsam und Widerstand.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz zu den Gilets Jaunes werden die b\u00fcrgerlichen\nKlimaprotestler_innen also aufgrund ihrer Klassenzugeh\u00f6rigkeit wohl kaum\neinfach so anfangen, Banken anzuz\u00fcnden und Barrikaden zu errichten \u2013 dazu geht\nihnen der Klimawandel nicht heftig genug an den Kragen. Gleichzeitig werden\nPolizei und Justiz keine Repression auf die Bewegung aus\u00fcben, solange sie\nkeinen materiellen Druck aus\u00fcbt, will hei\u00dfen, solange sie die gegebene Ordnung\nnicht angreift und bei ihren pazifistischen Protestformen bleibt. Die\nLaufbahnen der Klimabewegung und der Bewegung der Gilets Jaunes scheinen also\ndort voneinander abzudriften, wo die Frage der (legitimen) Gewalt gestellt\nwird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage nach der M\u00f6glichkeit einer Konvergenz der K\u00e4mpfe, die n\u00f6tig\nist, um eine m\u00f6glichst gro\u00dfe Schlagkraft gegen das\nSystem zu entfalten, welches unsere Lebensgrundlage zerst\u00f6rt, spitzt sich also\nan der Gewaltfrage zu. Das Zusammengehen von sozialem und \u00f6kologischem Kampf\nscheint dort auf der Kippe zu stehen, wo eine Seite zu Gewaltmitteln zu greifen\nbereit ist, und die andere diese ablehnt. Und doch erscheint es absurd,\nsich an dieser Frage zu scheiden, wenn es doch ein so eindeutiges gemeinsames\nInteresse gibt \u2013 n\u00e4mlich das Aufhalten der Zerst\u00f6rung dieses Planeten, um eine\nbessere Zukunft f\u00fcr<em> alle<\/em> zu\nerm\u00f6glichen. Einen Hauch von Hoffnung\ngeben Situationen wie jene, in der Luisa Neubauer von Fridays for Future \u2013\nAush\u00e4ngeschild des friedlichen Klimaprotests \u2013 und Nike Mahlhaus von Ende\nGel\u00e4nde \u2013 Gesicht des radikalen, antikapitalistischen Klimakampfes \u2013 in einem\ngemeinsamen Interview feststellen, dass sie sich \u00fcber das \u00dcbel des Kapitalismus\neinig sind und deutlich machen, dass sie sich nicht spalten lassen.<a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a>\nVielleicht braucht es also langfristig mehr junge Klimastreikende in wei\u00dfen\nAnz\u00fcgen \u2013 oder besser noch: in gelben Westen.<br><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Vgl. Guido\nSpeckmann: Schweigt von Flugscham und Veggieday!, in: analyse &amp; kritik \u2013\nzeitung f\u00fcr linke Debatte und Praxis, Nr. 652, 16.9.2019, online unter: <a href=\"https:\/\/www.akweb.de\/ak_s\/ak652\/21.htm\">https:\/\/www.akweb.de\/<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a>Vgl.\nzur Rolle bestimmter Berufszweige in der Bewegung:Lo\u00efc Bonin und\nPauline Liochon: Gilets Jaunes: Des Fractions de classes particuli\u00e8rement\nmobilis\u00e9es, comment l\u2018expliquer?,Lundi Matin, 23. September 2019, online\nunter: <a href=\"https:\/\/lundi.am\/Gilets-Jaunes-Des-fractions-de-classes-particulierement-mobilisees-comment-l\">https:\/\/lundi.am\/<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a>Zehn der Todesf\u00e4lle fallen in den Rahmen von Verkehrsunf\u00e4llen\nbei Blockaden, lediglich eine Person starb bei einer Demonstration: w\u00e4hrend der\nDemonstration der Gilets Jaunes in Marseille am 1. Dezember 2018 schleuderte ein\nPolizist eine Tr\u00e4nengasgranate hinauf zu einem Fenster im vierten Stock, an dem\nZineb Redouane stand. Die Granate explodierte in\nihrem Gesicht und sie verstarb am Folgetag an den Folgen der Verletzungen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a>Die genaue Anzahl der Verletzten ist nicht eindeutig\nermittelbar, die Dunkelziffer hoch. Die Angaben zu den Erblindungen und\nzerfetzten H\u00e4nden sind von verschiedenen Quellen best\u00e4tigt, jene zu den\nallgemeinen Verletzungen (haupts\u00e4chlich an Kopf, Armen und Beinen) variieren je\nnach Quelle: Vgl. <a href=\"http:\/\/lemurjaune.fr\/\">http:\/\/lemurjaune.fr\/<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Zu\nder sukzessiven Anwendung antiterroristischer Gesetze auf oppositionelle\nBewegungen: Rapha\u00ebl Kempf, Ennemis d\u2018\u00e9tat<em>, <\/em>La Fabrique, 2019.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a>\nVgl. Michaelis Lianos: Une politique exp\u00e9rientielle (III), Lundi Matin, 26. Juni\n2019, online unter: https:\/\/lundi.am\/.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a>\nVgl. Anna Mutelet: Marche pour Adama Traor\u00e9: avec les gilets jaunes, \u00bbl\u2019union\nfait la force\u00ab<em>,<\/em> Lib\u00e9ration, 21. Juli 2019,\nonline unter: <a href=\"https:\/\/www.liberation.fr\/france\/2019\/07\/21\/marche-pour-adama-traore-avec-les-gilets-jaunes-l-union-fait-la-force_1741212\">https:\/\/www.liberation.fr\/<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Vgl. Luisa Neubauer, Nike Mahlhaus: \u00bbWir lassen uns\nnicht spalten\u00ab, <em>Taz, <\/em>28.11.2019, online unter:\n<a href=\"https:\/\/taz.de\/Vor-dem-Klimastreik\/!5640907\/?fbclid=IwAR0CcP7cYgTPqa2x7uv6tNhja4G1vgevoAo5nSfJHmwbwG3T_je2rmI7qUw\">https:\/\/taz.de\/<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>| Von Elio Nora Hillermann | R\u00fcckblickend auf die Mobilisierungen der Gilets Jaunes lassen sich individuelle Politisierungsprozesse ausmachen, die Perspektiven f\u00fcr neue politische Handlungsspielr\u00e4ume offenlegen \u2013 und Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr die Klimafrage darstellen.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-423","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/423","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=423"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/423\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":455,"href":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/423\/revisions\/455"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=423"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=423"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=423"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}