{"id":223,"date":"2018-11-05T18:00:53","date_gmt":"2018-11-05T17:00:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.refrat.de\/huch\/?p=223"},"modified":"2020-04-11T14:34:41","modified_gmt":"2020-04-11T12:34:41","slug":"kampf-gegen-die-natur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/2018\/11\/kampf-gegen-die-natur\/","title":{"rendered":"Kampf gegen die Natur. Eine Lekt\u00fcre von Jovana Reisingers Roman Still Halten \u2013 HUch#88"},"content":{"rendered":"<p class=\"western\" align=\"justify\">Von Matthias Ubl<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\">Jovana Reisingers Deb\u00fct-Roman <i>Still Halten<\/i>, der 2017 erschien, wurde zu Recht lobend aufgenommen. Reisinger hat einen \u00e4sthetisch anspruchsvollen und hochkomplexen Text vorgelegt, der in seiner Brutalit\u00e4t und seiner feministischen Wucht wie ein illegitimes Kind aus einer Aff\u00e4re zwischen Elfriede Jelinek und Thomas Bernhard wirkt. Austrizismen, Berge, Wald, Verzweiflung, Tod: ein \u00f6sterreichisches Buch im besten Sinne. Und doch eben nicht nur das. Denn die weibliche Perspektive, die der Text gebrochen und semantisch zerbrechend einnimmt, enth\u00fcllt, was es hei\u00dft, zur \u00bbFrau\u00ab gemacht zu werden und dagegen bis zur v\u00f6lligen Selbstvernichtung zu rebellieren, aber auch, was es hei\u00dft, Anders werden zu k\u00f6nnen.<!--more--><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\">Der Text besteht zu einem gro\u00dfen Teil aus dem inneren Monolog der Protagonistin, der Gef\u00fchlswelt und Realit\u00e4t ununterscheidbar macht und eine zutiefst depressive Welt- und Selbsterz\u00e4hlung stiftet. Auch da, wo die Erz\u00e4hlerin von \u00bbder Frau\u00ab in der dritten Person spricht, k\u00f6nnen die Beschreibungen von \u00bbihr\u00ab als Wahrnehmungen der Protagonistin interpretiert werden. So wird im ersten Teil des Buches das Bild einer isolierten, depressiven Kleinst\u00e4dterin gezeichnet. Die Szenen der stumpfen Gesch\u00e4ftigkeit der Provinz und des aufkommenden Fr\u00fchlings kontrastieren die starke Depression der Protagonistin, wobei Reisinger S\u00e4tze von d\u00fcsterer Sch\u00f6nheit gelingen:<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\">\u00bbIch mache die Augen zu, weil es einfacher ist, sich an die Dunkelheit zu gew\u00f6hnen als an die Realit\u00e4t.\u00ab<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\">Denn diese Realit\u00e4t ist die einer kranken Hausfrau im ganz w\u00f6rtlichen Sinne, d.h. einer an die Wohnung gebundenen Existenz, die auf die Wiederkehr ihres Mannes wartet. Reisinger sprach in einem Interview vom \u00bbUrbild, das man von einer Frau haben kann\u00ab; die wartende Frau, die Frau zu Hause, die Frau am Herd. Dieses Urbild stammt aus einer \u00f6konomischen Formation, die vor allem im Fordismus verwirklicht war (und bis heute wirksam ist) und das Haus zum Ort der \u00bbweiblichen\u00ab Reproduktionsarbeit gemacht hat. Reisingers Figur \u2013 und das ist einer ihrer gro\u00dfen Kunstgriffe \u2013 kann jedoch durch kein Stereotyp gefasst werden, das mit diesem Ort verbunden ist. Sie ist vielmehr ein gespensterhaftes Subjekt, das zugleich viele Identit\u00e4ten ununterscheidbar in sich tr\u00e4gt bzw. von diesen durchkreuzt wird: <i> <\/i><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\">\u00bbDie Sonne sticht tief in mich hinein. Mein blasser K\u00f6rper ist das nicht gew\u00f6hnt. Die Frau hat auf den Mann zu warten. Die Frau kann froh sein, \u00fcberhaupt einen Mann zu haben. Die Superorgasmen halten sie zusammen. Die Frau denkt, wenn sie nicht mitmacht, ist er auch weg.\u00ab<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\">Wer spricht hier? Der unvermittelte Wechsel von der ersten in die dritte Person hat nicht den Effekt eines Wechsels der Stimme. Vielmehr wirken auch die S\u00e4tze in der dritten Person als inneres Sprechen der Protagonistin. Der Satz \u00bbDie Frau hat auf den Mann zu warten\u00ab, kann dabei sowohl als zynischer, die eigene Lage betreffender Kommentar gelesen werden (was die \u00bbSuperorgasmen\u00ab nahe legen), als auch als \u00bbn\u00fcchterne\u00ab Erkenntnis des realen m\u00e4nnlichen Begehrens oder als verinnerlichte Norm der Protagonistin, worauf wiederum der letzte Satz des Zitats hindeutet. Genau diese Polysemien machen Reisingers Text so beunruhigend und ihre Protagonistin so un-fassbar. Denn in ihren inneren Monologen fallen Erkenntnis, Unterordnung unter das m\u00e4nnliche Begehren und Rebellion oft bis zur Ununterscheidbarkeit zusammen.<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\">Der erste Teil des Buches endet mit dem Tod der Mutter und einer grausigen, kalten Beschreibung ihres Leichnams. \u00bbDie Frau\u00ab erforscht den toten K\u00f6rper, phantasiert dar\u00fcber, wieder in ihn hineinzukriechen. In dieser so unheimlichen wie drastischen Szene wird die Vagina der Mutter zur Wunde, \u00bbwo das Fremde in unsere K\u00f6rper gewaltvoll eindringen kann\u00ab. Eine Wunde, die die Frau schon \u00bbvon Natur aus\u00ab besitzt.<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\">Steht der erste Teil noch im Zeichen der wartenden, depressiven Frau, so l\u00e4sst Reisinger diese im zweiten Teil gegen \u00bbdie Natur\u00ab ank\u00e4mpfen. Die Frau zieht in das abgelegene, geerbte Haus der Mutter und verf\u00e4llt dabei scheinbar endg\u00fcltig dem Wahnsinn. Sie beginnt systematisch auf V\u00f6gel zu schie\u00dfen, bis sich die Kadaver im Garten stapeln. Sie l\u00e4sst B\u00e4ume f\u00e4llen und will eine Art \u00bbGrand Hotel Abgrund\u00ab als zivilisierte Lichtung gegen die Natur im Garten errichten. Doch was hat es mit diesem \u00bbKrieg gegen die Natur\u00ab auf sich?<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\">Was sich auf der einen Ebene als starke Depression und sogar geistiger Verfall lesen l\u00e4sst, erscheint auf einer anderen als konsequente, ja geradezu vern\u00fcnftige Reaktion gegen die Herrschaft des Patriarchats \u2013 als versteckte Subversion. Denn eine der effektivsten patriarchalen Herrschaftsstrategien ist und war immer die Naturalisierung, f\u00fcr die im Buch metaphorisch eben \u00bbdie Natur\u00ab steht. Damit ist selbstverst\u00e4ndlich die Naturalisierung gesellschaftlicher Verh\u00e4ltnisse gemeint.<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\">Denn die Genese moderner Geschlechterverh\u00e4ltnisse ist eng verbunden mit der Herausbildung einer Lohnarbeitssph\u00e4re, die die soziale Welt zweiteilt, indem sie die Reproduktionssph\u00e4re, also Hausarbeit, emotionale Pflege, Kindererziehung usw. ausschlie\u00dft. Mit der Durchsetzung des Kapitalismus, der Aufl\u00f6sung der d\u00f6rflichen Gemeinschaften sowie der Trennung von Arbeits- und Wohnort im Bereich des Handwerks wurde die Sph\u00e4re der Reproduktion in den westlichen L\u00e4ndern \u2013 vielfach gewaltsam \u2013 zum Ort der Frauen gemacht. Dieser Ort blieb seitdem mit ihnen identifiziert. Aus patriarchaler Sicht wird dieses gesellschaftliche Verh\u00e4ltnis naturalisiert, also wahlweise biologisch oder theologisch gerechtfertigt. Egal ob gottgewollte oder nat\u00fcrliche Ordnung, das patriarchale Geschlechterverh\u00e4ltnis erscheint als eine nicht zu ver\u00e4ndernde Tatsache, die reproduktive T\u00e4tigkeit als \u00bbNatur der Frau\u00ab, zu der ein aktiver, sch\u00fctzender Mann geh\u00f6rt. Neben der Gewalt, die diese Ordnung f\u00fcr Frauen immer schon bedeutet, leiden vor allem diejenigen unter dieser Ordnung, die nicht in sie hinein passen. Das reicht bis zur brutalen Verfolgung und T\u00f6tung. Zum anderen ist in dieser Ordnung die Anerkennung von Subjekten an deren \u00bbk\u00fcnstliche Verarmung\u00ab gekoppelt.<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\">Legen wir diese analytische Folie \u00fcber den Text, so erscheint der Ausbruch aus dem Haus und der Kampf der Protagonistin gegen die Natur also als v\u00f6llig konsequente, feministische Rebellion gegen die herrschende patriarchale Ordnung. Denn die Natur, f\u00fcr die im Text metonymisch vor allem die V\u00f6gel und der Wald stehen und die im Gedankenstrom unumwunden als \u00bbb\u00f6se\u00ab bezeichnet wird, ist der transzendente Referent dieser Ordnung \u2013 also das, was ihr einen letzten, unverr\u00fcckbaren Sinn gibt und Legitimation verleiht, indem es die Ordnung als eine ahistorische Wahrheit darstellt.<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Reisingers Figur findet im \u00bbKampf gegen die Natur\u00ab also eine Souver\u00e4nit\u00e4t wieder. I<\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: .AppleSystemUIFont, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">n ihrem scheinbaren Wahnsinn artikuliert sich eine emanzipatorische Vernunft. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\">Am Ende stellt sich die Frage, ob Reisingers Figur diesen Kampf gewinnt oder ob sie untergeht und was ihr Tod \u2013 denn sterben wird sie \u2013 <i>bedeutet<\/i>. Denn die Natur schl\u00e4gt zur\u00fcck, umringt sie wieder mit M\u00e4nnern, die sich mit Natur \u00bbinfiziert\u00ab haben, dem \u00bbF\u00f6rster\u00ab und dem \u00bbPfleger\u00ab. Der F\u00f6rster, ein Bekannter der verstorbenen Mutter, hilft der Frau beim Einzug und der Z\u00e4hmung des Gartens, sieht nach dem Rechten. Der Pfleger kommt zu Besuch, ebenfalls in k\u00fcmmernder Absicht, um nach der Hinterbliebenen zu sehen \u2013 als \u00bbbesonderer Service\u00ab, wie er sagt. Als sich der Pfleger und der F\u00f6rster treffen, gelingt es Reisinger in einer genialen Szene die Traurigkeit m\u00e4nnlicher Dominanz darzustellen, die sich in diesem Fall vor allem als Sprechen und Urteilen \u00fcber die Frau \u00e4u\u00dfert. Denn was auf der Handlungsebene als m\u00e4nnlich-freundschaftliche Aufforderung zur gemeinsamen Jagd beginnt, bei welcher der F\u00f6rster dem Pfleger das Schie\u00dfen beibringen will, f\u00e4llt semantisch mit dem Dialog der beiden zusammen, bei dem die Frau immer schon ausgeschlossen ist. Denn die Frau, die wieder beim Haus zur\u00fcckbleibt, h\u00f6rt aus dem Wald nur immer \u00bbSchuss und Gegenschuss\u00ab. Dieses Prinzip gibt es aber in der Jagd \u00fcberhaupt nicht, sondern vor allem als Technik des Filmschnitts, die insbesondere bei Dialogszenen gebr\u00e4uchlich ist. Reisinger amalgamiert in dieser Szene also \u00bbin a nutshell\u00ab das m\u00e4nnliche Sprechen \u2013 nicht mit, sondern \u00fcber die Frau \u2013 mit dem Bild von der Jagd und dem Schie\u00dfen.<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\">Und doch folgt die Frau \u2013 mit Gewehr \u2013 den M\u00e4nnern in den Wald, wo sie den Tod findet, die Erz\u00e4hlung selbst jedoch so \u00bbaus den Fugen\u00ab ger\u00e4t, dass sie uns nicht mehr zuverl\u00e4ssig dar\u00fcber Auskunft geben kann, <i>was geschieht<\/i>. Alles beginnt mit einem Schuss, bei dem der K\u00f6rper der Frau \u00bbohne den Geist zusammenf\u00e4hrt\u00ab und auf den Boden f\u00e4llt. Ein erster Schuss \u2013 wir wissen nicht von wem abgegeben \u2013 wobei die zitierte Formulierung den Tod nahelegt. Doch die Frau irrt \u2013 scheinbar untot \u2013 weiter durch den Wald, durch die Nacht, kommt zu der H\u00fctte, in der sich einst ihr Vater erh\u00e4ngt hat und wird erschossen, von einem \u00bbauf sie gerichteten Gewehr\u00ab, wobei die beiden M\u00e4nner, die ja die einzigen im Wald sind, die sie h\u00e4tten erschie\u00dfen k\u00f6nnen, \u00bbvor Entsetzen aus ihren Betten fallen.\u00ab Es hei\u00dft zwar in den S\u00e4tzen danach, der F\u00f6rster habe sie erschossen, doch wie, wenn dieser bei Abgabe des Schusses \u00bbvor Entsetzen\u00ab aus seinem Bett f\u00e4llt und die Frau schon vorher erschossen worden ist? Auf der n\u00e4chsten Seite hei\u00dft es dann sogar, die M\u00e4nner h\u00e4tten sich nach der Jagd in der H\u00fctte verschanzt und \u00bbruhig und selig\u00ab bis zum Morgen geschlafen. Es l\u00e4sst sich hier keine \u00bbrealistische\u00ab Deutung konstruieren und umso interessanter ist es, die Widerspr\u00fcchlichkeit und Unbestimmtheit der Erz\u00e4hlung ernstzunehmen. Sowie die Frau nie eindeutig mit ihrem Sprechen identifiziert werden kann, sowenig sind die M\u00e4nner auf den letzten Seiten mit sich identisch. Die M\u00e4nner erschie\u00dfen die Frau, fallen vor Entsetzen aus ihrem Bett oder schlafen bis zum morgen, das wird unentscheidbar. Und doch spricht der Text zuletzt aus, wer die Frau ermordet hat: der F\u00f6rster. Und das ist durchaus konsequent. Denn was ist der F\u00f6rster? Der F\u00f6rster steht, als \u00bbHeger des Waldes\u00ab ebenso f\u00fcr die Natur, ist ihr H\u00fcter und Sch\u00fctzer. Und der Mann, wenn er ein F\u00f6rster ist, bringt die Frau letztlich um. Doch warum wird die Erz\u00e4hlung so uneindeutig und undurchsichtig wie der dunkle Wald, in den sie f\u00fchrt? Warum erz\u00e4hlt Reisinger den Mord an der Frau durch die M\u00e4nner nicht einfach gerade heraus? Die semantische Uneindeutigkeit des Textes, das \u00bbZerfallen\u00ab der Figuren stellt die \u00bbnat\u00fcrliche Ordnung\u00ab der Geschlechter, in der alles eindeutig und klar ist, alle mit ihren sozialen Rollen identisch sind, jede an ihrem Platz ist, selbst in Frage. Das tut sie auf zwei Arten. Zum einen ist die Betonung der Unentscheidbarkeit des Sinns immer ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr seine Fortsetzung, ein ethischer Imperativ, mit der interpretativen Lekt\u00fcre nie zum Schluss zu kommen, da nur so die Offenheit gegen\u00fcber dem Anderen bewahrt wird. Ein solcher Imperativ ist der Feind jeder starren, \u00bbnat\u00fcrlichen\u00ab Ordnung und Setzung und darin liegt auch die Kraft der Literatur. Sie f\u00fchrt uns immer wieder zum unbegreiflichen Anderen. Und hieraus resultiert wiederum die zweite Art des Angriffs. Weil die Figuren zwar der \u00bbnat\u00fcrlichen Ordnung\u00ab angeh\u00f6ren, von ihr gepr\u00e4gt und subjektiviert, jedoch nie ganz mit ihr identisch sind, k\u00f6nnen sie anders werden. Die Uneindeutigkeit ist der Garant f\u00fcr die M\u00f6glichkeit des transimmanenten Anderswerdens der Figuren, und damit der Revolution der \u00bbnat\u00fcrlichen Ordnung\u00ab. Der Philosoph Thomas Seibert schreibt in seinem Buch <i>Zur \u00d6kologie der Existenz <\/i>zum Begriff der Transimmanenz: \u00bbEr bezeichnet den \u00dcberstieg von einem Diesseits in ein Jenseits, der im Dienst der einen Welt vollzogen wird \u2013 eine \u00dcberschreitung, die nicht auf eine andere Welt, sondern auf ein <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">\u203a<\/span>Anderswerden<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">\u2039<\/span> der Welt im Ganzen zielt, ein Anderswerden, das mit einer Ver\u00e4nderung blo\u00df in der Welt nicht verwechselt werden darf\u00ab.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a> Dieses Anderswerden aber ist nur m\u00f6glich, wenn wir jetzt schon nicht ganz das sind was wir sind; zu was die \u00bbnat\u00fcrliche Ordnung\u00ab \u2013 nicht nur der Geschlechter \u2013 uns macht. Daf\u00fcr aber b\u00fcrgt, bei aller inhaltlichen Traurigkeit und Brutalit\u00e4t des Romans, seine Form.<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\">Jovana Reisinger: Still halten. Verbrecher Verlag. 200 Seiten, 19 \u20ac<\/p>\n<p align=\"justify\">\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1<\/a> Seibert, Thomas: Zur \u00d6kologie der Existenz, Hamburg 2017, S. 59.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Ubl Jovana Reisingers Deb\u00fct-Roman Still Halten, der 2017 erschien, wurde zu Recht lobend aufgenommen. Reisinger hat einen \u00e4sthetisch anspruchsvollen und hochkomplexen Text vorgelegt, der in seiner Brutalit\u00e4t und seiner feministischen Wucht wie ein illegitimes Kind aus einer Aff\u00e4re zwischen Elfriede Jelinek und Thomas Bernhard wirkt. 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