{"id":217,"date":"2018-09-20T22:49:28","date_gmt":"2018-09-20T20:49:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.refrat.de\/huch\/?p=217"},"modified":"2020-04-11T14:34:46","modified_gmt":"2020-04-11T12:34:46","slug":"50-jahre-studentenrevolte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/2018\/09\/50-jahre-studentenrevolte\/","title":{"rendered":"50 Jahre \u00bbStudentenrevolte\u00ab. \u00dcber das Verh\u00e4ltnis von Universit\u00e4t und Revolution \u2013 HUch#88"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\">Von Joshua Schultheis<\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">\u00bb<\/span>IHR BILDET DIE F\u00c4HIGKEIT DES BLINDEN GEHORSAMS GEGEN\u00dcBER EINER VERWIRRENDEN FLUT VON TRIVIALEN VERORDNUNGEN DER B\u00dcROKRATIE AUS. IM NAMEN DER BILDUNG DES MENSCHEN ERWERBT IHR DIE F\u00c4HIGKEIT, ANGESICHTS VON VERORDNUNGEN F\u00dcGSAM ZU SEIN.<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">\u00ab<\/span> <!--more--><\/p>\n<p align=\"justify\">So steht es auf einem Flugblatt, verteilt auf dem Campus der Universit\u00e4t Berkeley, Kalifornien, Ende 1964. Und weiter: \u00bbIch beschw\u00f6re euch, die beruhigenden Gef\u00fchle der Pflicht und der Verantwortung f\u00fcr diese Institution voll Zorn auf den Abfallhaufen zu werfen und eurer Situation gem\u00e4\u00df zu handeln. [\u2026] <i>Organisiert euch und zerlegt diese Universit\u00e4t schonungslos!<\/i>\u00ab<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a>. Dies ist eine von vielen Sichtweisen der revoltierenden Studierenden der 60er Jahre auf ihre Universit\u00e4t. Ma\u00dfgeblich wurde sie nicht. Welche es wurden, wie sich die sogenannten \u00bb68er\u00ab das Verh\u00e4ltnis der Universit\u00e4t zu einer radikalen politischen Praxis vorgestellt haben und was daraus f\u00fcr eine emanzipatorische Hochschulpolitik von heute gelernt werden kann, soll Thema dieses Artikels sein.<\/p>\n<p align=\"justify\"><b>I. 1968 \u2013 Aufstand an der Universit\u00e4t <\/b><\/p>\n<p align=\"justify\">Dass es in den 60ern \u00fcberhaupt zum Aufstand an den Unis kam, verwunderte viele Zeitgenossinnen sehr. Noch 1961 konstatierte J\u00fcrgen Habermas in der Studie \u00bbStudent und Politik\u00ab, dass die bundesdeutschen Studierenden weitestgehend unpolitisch seien und f\u00fcr Hannah Arendt geh\u00f6rte die Protestbewegung an den Hochschulen zu den unerwartetsten Ereignissen des Jahrhunderts.<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a><\/span> Andere Beobachterinnen hatten ein besseres Gesp\u00fcr f\u00fcr die Zeichen der Zeit. Schon 1960 behauptete C. Wright Mills, wichtiger Protagonist der US-amerikanischen \u00bbNew Left\u00ab, dass wenn man noch jemandem die Revolution zutrauen k\u00f6nnte, dann nicht mehr den Arbeiterinnen, sondern den linken Intellektuellen, denn: \u00bbWer denkt und handelt radikal? Auf der ganzen Welt [\u2026] ist die Antwort die gleiche: die junge Intelligenz.\u00ab<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a> Im <i>Port Huron Statement<\/i>, dem quasi-Manifest der amerikanischen Uni-Bewegung, wird festgestellt, dass es die Studierenden sind, die \u00bbdie Kruste der Tatenlosigkeit durchbrechen und die innere Entfremdung \u00fcberwinden\u00ab.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote4sym\" name=\"sdfootnote4anc\"><sup>4<\/sup><\/a> Zwar waren in dieser Zeit des Aufruhrs Befreiungskriege, B\u00fcrgerrechtsbewegungen und Arbeitsk\u00e4mpfe mindestens ebenso wichtig wie die Aufst\u00e4nde an den Unis<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote5sym\" name=\"sdfootnote5anc\"><sup>5<\/sup><\/a>, doch waren es tats\u00e4chlich auff\u00e4llig oft Studierende, die in den sp\u00e4ten 60ern und insbesondere in den kapitalistischen Industriestaaten zahlreiche Proteste anstie\u00dfen und in der Regel auch deren harten und radikalen Kern stellten. Selbst Adorno, eher bekannt f\u00fcr die Kritik an seinen Studierenden und deren \u00bbHurra-Optimismus\u00ab, musste zugeben, \u00bbda\u00df die allgemeine Aufmerksamkeit auf die Verdummungsprozesse, die in der gegenw\u00e4rtigen Gesellschaft vorwalten, ohne die Studentenbewegung sich niemals auskristallisiert h\u00e4tte.\u00ab<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote6sym\" name=\"sdfootnote6anc\"><sup>6<\/sup><\/a> Was machte diesen kleinen Teil der Bev\u00f6lkerung \u2013 in der BRD gab es 1968 nur ca. 400.000 Studierende \u2013 in politischer Hinsicht so bedeutend?<\/p>\n<p align=\"justify\">Im Buch<i> Der eindimensionale Mensch<\/i> \u2013 1968 Pflichtlekt\u00fcre aller Revolution\u00e4rinnen \u2013 stellte Herbert Marcuse die These auf, dass in der gegenw\u00e4rtigen Phase des Kapitalismus den Unterdr\u00fcckten die Einsicht in die objektiven Klassengegens\u00e4tze verbaut sei. Die Welt, so schlimm sie auch nach wie vor sein mochte, w\u00fcrde von der gro\u00dfen Mehrheit einfach so hingenommen wie sie ist, den Wunsch nach einer besseren hege kaum noch jemand. Gleichzeitig sei der Stand der Produktivkr\u00e4fte so hoch wie nie zuvor in der Geschichte, seien die materiellen Bedingungen f\u00fcr eine befreite Gesellschaft eigentlich schon vorhanden.<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote7sym\" name=\"sdfootnote7anc\"><sup>7<\/sup><\/a><\/span> Zur entscheidenden politischen Frage wurde daher die nach dem richtigen Bewusstsein und die Studierenden erschienen als diejenigen, die sich noch am ehesten ihrer eigenen Entfremdung und der Irrationalit\u00e4t des Systems bewusst waren. C. Wright Mills fragte: \u00bbWas f\u00fcr Leute sind es, die die Geduld verlieren? Wen ekelt dieser ganze <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">\u203a<\/span>alte Mist<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">\u2039<\/span>, um mit Marx zu sprechen, an? Wer denkt und handelt radikal?\u00ab<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote8sym\" name=\"sdfootnote8anc\"><sup>8<\/sup><\/a><\/span> Das waren f\u00fcr ihn die jungen Intellektuellen, die auch bald darauf an US-amerikanischen Universit\u00e4ten die ersten \u00bbteach-ins\u00ab und \u00bbsit-ins\u00ab erprobten und damit weltweit Schule machen sollten. Jean-Francois Lyotard stellte die ver\u00e4nderte sozio\u00f6konomische Position der Studierenden fest: \u00bbder Student [ist] kein junger, bourgeoiser Bohemien mehr, sondern eine der Fraktionen in der Ausbildung der gesellschaftlichen Produktivkr\u00e4fte. Aus diesem Grund kommt der Desertion der Studenten aus dem Lager der herrschenden Klasse entscheidende Bedeutung zu.\u00ab<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote9sym\" name=\"sdfootnote9anc\"><sup>9<\/sup><\/a> Rudi Dutschke sah die Besonderheit studentischer Subjektivit\u00e4t darin, dass Studierende \u00bbdie fast zuf\u00e4llige Chance [haben], [ihr] Vernunftverm\u00f6gen in wirklich kritische Rationalit\u00e4t zu transformieren, eine Chance, die den Menschen insgesamt in dieser Gesellschaft systematisch verweigert wird.\u00ab<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote10sym\" name=\"sdfootnote10anc\"><sup>10<\/sup><\/a> F\u00fcr den Aufstand brauche es, so Dutschke, das B\u00fcndnis zwischen Arbeiterinnen und Studierenden. Den Studis sollte dabei vor allem die Rolle der Bildung und Bewusstmachung der anderen Bev\u00f6lkerungsgruppen zukommen. Der Plan lautete: \u00bbPolitisierung der Universit\u00e4t \u2013 als Ausgangspunkt der Politisierung und damit der Ver\u00e4nderung der Gesellschaft\u00ab.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote11sym\" name=\"sdfootnote11anc\"><sup>11<\/sup><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\">Nach der damaligen Vorstellung hatten die Studierenden also erstens das Privileg der Bildung, das es ihnen erm\u00f6glichte, eine kritisch-distanzierte Perspektive auf die gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse einzunehmen, andererseits hatten sie das \u00f6konomische Privileg, selbst von den H\u00e4rten dieser Verh\u00e4ltnissen ausgenommen zu sein, verloren. Was ihnen allerdings fehlte, war die St\u00e4rke der gro\u00dfen Zahl <span style=\"color: #800000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">&#8212;<\/span><\/span> denn die \u00fcberwiegende Masse der Bev\u00f6lkerung stellten nach wie vor die Arbeiterinnen. Somit war die Revolution nur im B\u00fcndnis beider Gruppen denkbar. Die Studierenden \u00bbtragen ihre Anprangerung der Kultur und der Werte zum Kampf bei\u00ab und die Arbeiterinnen \u00bbihre Erfahrung und ihre Denunziation der Ausbeutung\u00ab<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote12sym\" name=\"sdfootnote12anc\"><sup>12<\/sup><\/a>, sowie ihre zahlreichen starken Arme.<\/p>\n<p align=\"justify\"><b>II. Vom Nutzen der Hochschulen<\/b><\/p>\n<p align=\"justify\">In welchem Ma\u00dfe die Universit\u00e4t \u2013 eine Institution, f\u00fcr deren Funktion Louis Althusser bald darauf den Begriff \u00bbideologischer Staatsapparat\u00ab pr\u00e4gte \u2013 eine progressive Rolle spielen k\u00f6nne, war jedoch umstritten. Als es darum ging, nach dem US-amerikanischen Vorbild der \u00bbfree universities\u00ab in der BRD \u00e4hnliche Einrichtungen zu gr\u00fcnden, schieden sich die Geister an ebenjener Frage.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote13sym\" name=\"sdfootnote13anc\"><sup>13<\/sup><\/a> Inwieweit l\u00e4sst sich die \u00bbalte\u00ab Universit\u00e4t nutzen, um die Revolution der Verh\u00e4ltnisse im Bewusstsein der Menschen vorzubereiten? So kam es zu zwei konkurrierenden Konzeptionen. Die \u00bbKritische Universit\u00e4t\u00ab wurde als \u00bbAppendix, als Anh\u00e4ngsel der bestehenden Universit\u00e4t\u00ab konzipiert, wie Rudi Dutschke in einem Interview erl\u00e4uterte.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote14sym\" name=\"sdfootnote14anc\"><sup>14<\/sup><\/a> Die humanen und materiellen Ressourcen der bestehenden Universit\u00e4t sollten mobilisiert werden, um ein Programm eigener, kritischer Lehrveranstaltungen anzubieten. Der zweite Entwurf war der der \u00bbGegenuniversit\u00e4t\u00ab, die r\u00e4umlich und institutionell als v\u00f6llig eigenst\u00e4ndig gedacht wurde und die, laut Dutschke, ein \u00bbKampfinstrument zur Mobilisierung von Minderheiten, um sie aufzukl\u00e4ren\u00ab, sein sollte.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote15sym\" name=\"sdfootnote15anc\"><sup>15<\/sup><\/a> Faktisch umgesetzt wurde nur die erste Konzeption. So geschehen in Frankfurt am Main, wo in der sogenannten \u00bbpolitischen Universit\u00e4t\u00ab drei Dutzend Seminare angeboten wurden, etwa zum Thema \u00bbRevolutionstheorie\u00ab \u2013 Seminarleiter war Hans-J\u00fcrgen Krahl \u2013 oder auch \u00fcber die \u00bbIntegration des Christentums\u00ab, gehalten vom ordinierten Theologie-Professor Hans-Werner Bartsch.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote16sym\" name=\"sdfootnote16anc\"><sup>16<\/sup><\/a> Auch in West-Berlin, Hamburg und anderen St\u00e4dten gab es vergleichbare Projekte, die oft mehrere Semester bestand hatten. Universit\u00e4re Lehre und Bildung eines kritischen Bewusstseins wurden also nicht grunds\u00e4tzlich als Widerspruch gedacht. Vielmehr nutzte ein B\u00fcndnis von radikalen Studierenden und progressiven Professorinnen Ressourcen und Infrastruktur der Hochschulen, um ihre eigenen bildungspolitischen Ziele zu verfolgen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Sehr zentral war damals auch die Forderung nach einer Demokratisierung der Hochschulen. F\u00fcr den SDS war diese jedoch nur der erste Schritt zu einer umfassenden Demokratisierung der ganzen Gesellschaft.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote17sym\" name=\"sdfootnote17anc\"><sup>17<\/sup><\/a> In den Worten Rudi Dutschkes: \u00bbDer Ruf der studentischen Opposition nach Demokratisierung der Hochschulen ist von dem geschichtlichen Prozess der Entdemokratisierung der Gesellschaft nicht zu trennen.<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">\u00ab<\/span> Diese Sichtweise, in der Hochschulpolitik immer einen gesamtgesellschaftlichen Horizont hat, dominierte in den 60ern andere Ansichten, die entweder nur auf eine isolierte Ver\u00e4nderung der Universit\u00e4t dr\u00e4ngten oder die diese als blo\u00df repressiv und damit f\u00fcr den revolution\u00e4ren Kampf unbrauchbar betrachteten. Ma\u00dfgeblich war die schon 1961 erschienene und bis heute einflussreiche \u00bbSDS-Hochschuldenkschrift\u00ab. Der Sozialistische Deutsche Studentenbund wurde Anfang der 60er Jahre aufgrund seiner linksradikalen Ausrichtung aus seiner Mutterpartei \u2013 der SPD \u2013 ausgeschlossen und wurde sp\u00e4ter die wichtigste Organisation innerhalb der 68er-Bewegung. In einer 170 Seiten starken Denkschrift entwickelte er einen umfassenden Reformvorschlag f\u00fcr die bundesdeutschen Universit\u00e4ten. In dieser wurde davon ausgegangen, dass die Universit\u00e4t entweder \u00bban der dynamischen Weiterentwicklung zur sozialen Demokratie und der Demokratisierung der Gesellschaft\u00ab mitwirke oder sie zum \u00bbInstrument in einer Entwicklung zu autorit\u00e4ren Gesellschaftsformen\u00ab werde. \u00bbHistorische Voraussetzung und Erbschaft von Wissenschaft\u00ab sei es \u00bbkritische Rationalit\u00e4t im Dienste des Menschen\u00ab zu sein.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote18sym\" name=\"sdfootnote18anc\"><sup>18<\/sup><\/a> Ihren gesellschaftlichen Auftrag k\u00f6nne die Universit\u00e4t jedoch nur dann erf\u00fcllen, wenn sie demokratisch organisiert sei. In letzter Instanz m\u00fcsse jedoch jedes Bildungsziel mit dem Wissen verbunden sein, dass es \u00bbnur zu verwirklichen ist in einer freien, humanen und vern\u00fcnftigen Gesellschaft, <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">\u203a<\/span>in der die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung f\u00fcr die freie Entfaltung aller ist<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">\u2039<\/span>\u00ab. Es bestehen jedoch zwei gegens\u00e4tzliche Tendenzen in der SDS-Hochschuldenkschrift. Die eine in Gestalt eines emphatischen Wissenschafts- und Bildungsbegriffs, in der Betonung von deren Eigenlogik gegen\u00fcber der Sph\u00e4re der Politik und der Wirtschaft, in der Einreihung in die Tradition der Aufkl\u00e4rung und des Humanismus. Die andere in Form der Denunziation der \u00bbspielerischen Mu\u00dfe\u00ab, des Prinzips von \u00bbEinsamkeit und Freiheit\u00ab als einer b\u00fcrgerlichen L\u00fcge und der Tendenz, Bildung und Forschung doch wieder unter den Primat politischer Zwecke zu stellen. Zwar wurde die in der Hochschuldenkschrift formulierte Idee, dass sich die Entwicklung der Hochschulen von der der ganzen Gesellschaft nicht trennen l\u00e4sst, auch f\u00fcr die Studi-Proteste der sp\u00e4ten 60er pr\u00e4gend, es begann jedoch gleichzeitig ein eher instrumentelles Verst\u00e4ndnis von Bildung und Wissenschaft vorzuherrschen. Die Sprache wurde martialischer. So sagte Rudi Dutschke 1967, dass die Universit\u00e4t eine \u00bbSicherheitszone\u00ab f\u00fcr den \u00bbst\u00e4dtische[n] Guerillero\u00ab darstelle, \u00bbin der er und von der aus er den Kampf gegen die Institutionen, [\u2026] und um die Macht im Staate organisiert\u00ab.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote19sym\" name=\"sdfootnote19anc\"><sup>19<\/sup><\/a> Auch Bildung wird zum blo\u00dfen \u00bbKampfmittel\u00ab, Mittel zum Zweck der Revolution.<\/p>\n<p align=\"justify\">W\u00e4hrend die \u00bb68er\u00ab also immer f\u00fcr die Demokratisierung und Politisierung der Institution Hochschule k\u00e4mpften, wurden diese Forderungen nie isoliert, sondern nur im Kontext gesamtgesellschaftlicher Ver\u00e4nderungen betrachtet. Als entscheidend f\u00fcr diese Phase des politischen Kampfes sah man die Bewusstseinsbildung der bisher unpolitischen Bev\u00f6lkerungsteile und die Vorbereitungen f\u00fcr den Umsturz an. Als Ausgangspunkt daf\u00fcr galt die Universit\u00e4t als strategisch geeigneter Ort. Ideell, da sie zumindest teilweise eine Ausnahme von der generellen Tendenz zur totalen Verblendung darstellte und einer Minderheit noch gestattete \u00bbdie spezifisch menschliche Verstandeskraft in kritische Vernunft um[zu]setzen\u00ab.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote20sym\" name=\"sdfootnote20anc\"><sup>20<\/sup><\/a> Materiell, da es in ihr durchaus oppositionelle Kr\u00e4fte gab \u2013 progressive Professorinnen, Dozentinnen, AStA-Vertreterinnen \u2013, die \u00fcber bedeutende Ressourcen verf\u00fcgten. In einem Spiegel-Interview von 1969 brachte Marcuse die Vorstellung der 68er vom Verh\u00e4ltnis von Universit\u00e4t und Revolution pr\u00e4gnant auf den Punkt: \u00bbEs ist wieder eines der Beispiele, wo eine Institution der b\u00fcrgerlichen Kultur benutzt werden kann, um eine radikale Ver\u00e4nderung des Denkens und sogar der Praxis vorzubereiten.\u00ab<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote21sym\" name=\"sdfootnote21anc\"><sup>21<\/sup><\/a> Es war vor allem diese Frage nach dem \u00bbNutzen\u00ab, die f\u00fcr die 68er \u2013 nicht nur in Bezug auf die Universit\u00e4t, sondern auch auf Bildung und Wissenschaft insgesamt \u2013 die entscheidende wurde.<\/p>\n<p align=\"justify\"><b>III. Bildungsproteste 2009<\/b><\/p>\n<p align=\"justify\">\u00bbBildung ist der zentrale Schl\u00fcssel zur freien Entfaltung und Entwicklung eines Menschen.\u00ab \u2013 \u00bbDie Universit\u00e4t muss sich [\u2026] an den Zielen Frieden und Humanismus f\u00fcr das Wohl der Menschen orientieren.\u00ab \u2013 \u00bbOhne Bildung kann es weder ein demokratisches Miteinander noch eine sich weiter entwickelnde Gesellschaft geben.\u00ab \u2013 \u00bbBildung bedeutet wesentlich selbstst\u00e4ndige Reflexion und Kritik.\u00ab \u2013 \u00bbDas humanistische Ideal einer zur kritischen Reflexion bef\u00e4higenden, gemeinwohlorientierten Bildung wird zur\u00fcckgedr\u00e4ngt. Stattdessen wird Bildung den Bed\u00fcrfnissen des Marktes angepasst und damit selbst mehr und mehr zur Ware.\u00ab<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote22sym\" name=\"sdfootnote22anc\"><sup>22<\/sup><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\">Dies sind einige Stimmen aus dem \u00bbBildungsprotest\u00ab von 2009. Gut 40 Jahre nach der gro\u00dfen \u00bbStudentenbewegung\u00ab wurden \u2013 in Reaktion auf die neuesten Hochschulreformen und die Einf\u00fchrung von Studiengeb\u00fchren \u2013 dutzende Universit\u00e4ten im deutschsprachigen Raum besetzt. W\u00e4hrend 1968 die verstaubte Ordinarienuniversi\u00e4t, Wilhelm von Humboldt und die Interessen und Vorstellungen der Herrschenden stets zusammen gedacht wurden,<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote23sym\" name=\"sdfootnote23anc\"><sup>23<\/sup><\/a> hat sich dieses Verh\u00e4ltnis in den letzten zwei Jahrzehnten praktisch umgekehrt. Nun sind es die Studierenden, die sich auf ein humanistisches Bildungsideal berufen und deren Rektorinnen, die meinen ihre revoltierenden Studis \u00fcber den elit\u00e4ren Charakter ihres gefeierten Ideal aufkl\u00e4ren zu m\u00fcssen.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote24sym\" name=\"sdfootnote24anc\"><sup>24<\/sup><\/a> Fast scheint es, dass die neoliberalen Bildungsreformerinnen mit ihrer Verachtung f\u00fcr alles nicht zweckm\u00e4\u00dfige und b\u00fcrgerliche die eigentlichen Erben der 68er sind. Die Uni-Besetzerinnen von 2009 haben demgegen\u00fcber eines richtig erkannt. Gerade dann, wenn geglaubt wird, darauf verzichten zu k\u00f6nnen, ein repressives und selektives Bildungssystem unter dem M\u00e4ntelchen der humanistischen Bildungsidee verstecken zu m\u00fcssen, \u00bbist der Anachronismus an der Zeit: an Bildung festzuhalten, nachdem die Gesellschaft ihr die Basis entzog\u00ab.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote25sym\" name=\"sdfootnote25anc\"><sup>25<\/sup><\/a> Mehr denn je bildet eine solche Idee von Bildung die Antithesis zur herrschenden Vorstellung, die Universit\u00e4t habe ausschlie\u00dflich wertvolles Humankapital und verwertbare Forschungsergebnisse im Dienste der nationalen Standortattraktivit\u00e4t zu liefern. Dieses emphatische Bildungsideal, in der die Einzelne nicht einfach politischen Zwecken \u2013 auch nicht dem der Revolution \u2013 untergeordnet wird, ist ein Fortschritt gegen\u00fcber 68.<\/p>\n<p align=\"justify\">In anderer Hinsicht schlossen die Bildungsprotestlerinnen aber durchaus an die 68er an. So stellten Berliner Studierende fest, dass es \u00bbletztlich gesamtgesellschaftlicher Ver\u00e4nderungen\u00ab bedarf, \u00bbum unsere Forderungen durchzusetzen\u00ab. Und die M\u00fcnchener Besetzerinnen forderten \u00bbeine umfassende demokratische Teilhabe \u00fcber das Bildungswesen hinaus in allen gesellschaftlichen Bereichen\u00ab.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote26sym\" name=\"sdfootnote26anc\"><sup>26<\/sup><\/a> Auch 40 Jahre sp\u00e4ter sind die Studierenden noch davon \u00fcberzeugt, dass es nicht einfach um eine partikulare Ver\u00e4nderung der Universit\u00e4t gehen kann, dass Hochschule oder Gesellschaft nicht isoliert betrachtet werden k\u00f6nnen. Aber anders als 1968 fehlte den Uni-Besetzerinnen der letzten Dekade eine tieferes Verst\u00e4ndnis der Funktion der Universit\u00e4t im Kapitalismus und darauf aufbauend eine plausible Strategie zu ihrer Subversion. Die verschiedenen Aspekte \u2013 Demokratie, Bildung, Solidarit\u00e4t, usw. \u2013 stehen in den Schriftzeugnissen der Uni-Besetzerinnen in der Regel eher unvermittelt nebeneinander. Wie sich das eine zu den jeweils anderen verhalten soll, bleibt unklar. Alles, was sie an freier und kritischer Bildung vermissten, forderten sie kurzerhand vom Pr\u00e4sidium oder der Regierung ein, wohl wissend, dass man wenig von diesen Instanzen zu erhoffen hat. Zwar waren die Tage und Wochen der Besetzungen f\u00fcr viele der Beteiligten vermutlich tats\u00e4chlich ein ansonsten rares Bildungserlebnis. Auf die Idee aber, dass man dauerhafte oppositionelle Strukturen an den Universit\u00e4ten aufbauen m\u00fcsse, um auch in Zukunft etwas zu gew\u00e4hrleisten, was man Bildung nennen d\u00fcrfte, kam kaum jemand. Schnell war jede Spur der Proteste verschwunden, die Frustration gro\u00df.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die n\u00e4chste gro\u00dfe Studierenden-Bewegung m\u00fcsste das Beste von 1968 und 2009 miteinander vereinen. Von 68 die strategische Versiertheit und die taktische Klugheit. Was die Universit\u00e4t im 21. Jahrhundert \u2013 nach der Bologna-Reform und nach einem extremen Anstieg der Studierendenzahlen \u2013 eigentlich noch ist und welche Rolle sie f\u00fcr eine progressive Bewegung spielen kann, muss neu gedacht werden. Das Festhalten an dem alten Versprechen der Bildung auf eine Gesellschaft freier und selbstbestimmter Individuen ist zwar philosophisch richtig, bleibt aber naiv, wenn nicht gleichzeitig die politische Ohnmacht dieser Vorstellung konstatiert wird. Gute Bildung f\u00fcr Alle ist nichts, was man von den Herrschenden durch eine zweimonatige Besetzung erpressen kann. Der Wille und die Kraft der 68er, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, kann hier als Vorbild dienen. Will man ernsthaft daf\u00fcr streiten, an der Universit\u00e4t mehr Raum f\u00fcr kritische Wissenschaft und emanzipatorische Bildung zu schaffen, braucht es eine ausdauernde Arbeit an langlebigen oppositionellen Strukturen. An 2009 sollte man dagegen in Bezug auf einen Begriff von Bildung anschlie\u00dfen, der nicht vollst\u00e4ndig unter heteronome Zwecke subsumierbar ist. Alles andere w\u00fcrde eine ungewollte N\u00e4he zu denjenigen bedeuten, die den Universit\u00e4ten auch das letzte bisschen, was an ihnen noch erhaltungsw\u00fcrdig ist, austreiben wollen. Ebenso charakterisierend war f\u00fcr die Proteste von 2009 ihre Emphase auf Feminismus und Anti-Rassismus und anders als 1968 ging 40 Jahre sp\u00e4ter die mediale Wirksamkeit der Proteste nicht mehr ausschlie\u00dflich von einer handvoll Machos aus. Auch der kommende Aufstand der Studierenden braucht keine \u00bbStudentenf\u00fchrer\u00ab. Er sollte feministisch, anti-rassistisch, undogmatisch sein und dabei zugleich weitsichtig, langatmig und entschlossen.<\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1<\/a> Flugblatt zitiert nach: Jacobs, Paul; Landau, Saul (Hrsg.): Die Neue Linke in den USA, M\u00fcnchen 1969, S. 201.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote2\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2<\/a> Vgl. Gilcher-Holtey, Ingrid: 1968 \u2013 Eine Zeitreise, Frankfurt\/M. 2008, S. 64.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote3\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3<\/a> Mills, C.Wright: \u00dcber die neue Linke, in: Jacobs, Paul; Landau, Saul (Hrsg.): Die Neue Linke in den USA, M\u00fcnchen 1969, S. 128.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote4\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote4anc\" name=\"sdfootnote4sym\">4<\/a> Zitiert nach: Jacobs, Paul; Landau, Saul (Hrsg.): Die Neue Linke in den USA, M\u00fcnchen 1969 Verlag, S. 153.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote5\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote5anc\" name=\"sdfootnote5sym\">5<\/a> Vgl. Adamczak, Bini: Beziehungsweise Revolution, Frankfurt\/M. 2017, S. 177ff.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote6\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote6anc\" name=\"sdfootnote6sym\">6<\/a> Adorno, Theodor W.: Keine Angst vor dem Elfenbeinturm in: Kraushaar, Wolfgang (Hrsg.): Frankfurter Schule und Studentenbewegung, Hamburg 1998, S. 622.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote7\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote7anc\" name=\"sdfootnote7sym\">7<\/a> Marcuse, Herbert: Der eindimensionale Mensch, Darmstadt 1979, S 15ff.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote8\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote8anc\" name=\"sdfootnote8sym\">8<\/a> Mills, C. Wright: \u00dcber die neue Linke, in: Jacobs, Paul; Landau, Saul (Hrsg.): Die Neue Linke in den USA, M\u00fcnchen 1969, S. 128.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote9\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote9anc\" name=\"sdfootnote9sym\">9<\/a> Lyotard, Jean-Francois: Pr\u00e4ambel zu einer Charta, in: Horst, Johanna-Charlotte; u.a. (Hrsg.): Was ist Universit\u00e4t, Z\u00fcrich 2010, S. 303.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote10\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote10anc\" name=\"sdfootnote10sym\">10<\/a> Zitiert nach: Dutschke, Gretchen: Wir hatten ein barbarisches, sch\u00f6nes Leben, K\u00f6ln 2007, S. 123.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote11\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote11anc\" name=\"sdfootnote11sym\">11<\/a> Rudis Dutschke im <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">\u203a<\/span>Spiegel<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">\u2039<\/span>-Gespr\u00e4ch vom 10. Juli 1967, abgedruckt in: Kraushaar, Wolfgang (Hrsg.): Frankfurter Schule und Studentenbewegung, Hamburg 1998, S. 268.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote12\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote12anc\" name=\"sdfootnote12sym\">12<\/a> Lyotard, Jean-Francois: Pr\u00e4ambel zu einer Charta in: Horst, Johanna-Charlotte u.a. (Hrsg.): Was ist Universit\u00e4t, Z\u00fcrich 2010, S. 303.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote13\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote13anc\" name=\"sdfootnote13sym\">13<\/a> Vgl. Gilcher-Holtey, Ingrid: 1968 \u2013 Eine Zeitreise, Frankfurt\/M. 2008, S. 33.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote14\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote14anc\" name=\"sdfootnote14sym\">14<\/a> Rudis Dutschke im <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">\u203a<\/span>Spiegel<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">\u2039<\/span>-Gespr\u00e4ch vom 10. Juli 1967, in: Kraushaar, Wolfgang (Hrsg.): Frankfurter Schule und Studentenbewegung, Hamburg 1998, S. 269.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote15\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote15anc\" name=\"sdfootnote15sym\">15<\/a> Rudi Dutschke zitiert nach: Dutschke, Gretchen (2007): Wir hatten ein barbarisches, sch\u00f6nes Leben, K\u00f6ln 2007, S. 166.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote16\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote16anc\" name=\"sdfootnote16sym\">16<\/a> Seminarprogramm f\u00fcr die Politische Universit\u00e4t, in: Claussen, Detlef; Dermitzel, Regine: Universit\u00e4t und Widerstand \u2013 Versuch einer Politischen Universit\u00e4t in Frankfurt, Frankfurt\/M. 1968, S. 42f.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote17\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote17anc\" name=\"sdfootnote17sym\">17<\/a> Dehnerdt, Fredrik: \u00bbWas soll ich wollen?\u00ab,<i> <\/i>Marburg 2014, S. 67.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote18\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote18anc\" name=\"sdfootnote18sym\">18<\/a> SDS: Hochschuldenkschrift, Frankfurt\/M. 1972, S. 1\u20135. (Die Einleitung der SDS-Hochschuldenkschrift, aus der auch hier zitiert wird, wurde in der HUch#87 abgedruckt und kommentiert.)<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote19\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote19anc\" name=\"sdfootnote19sym\">19<\/a> Rudi Dutschke zitiert nach: Dutschke, Gretchen: Wir hatten ein barbarisches, sch\u00f6nes Leben, K\u00f6ln 2007, S. 151.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote20\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote20anc\" name=\"sdfootnote20sym\">20<\/a> Rudi Dutschke im <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">\u203a<\/span>Spiegel<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">\u2039<\/span>-Interview vom 10. Juli 1967. In: Kraushaar, Wolfgang (Hrsg.): Frankfurter Schule und Studentenbewegung, Hamburg 1998, S. 268.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote21\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote21anc\" name=\"sdfootnote21sym\">21<\/a> Herbert Marcuse im <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">\u203a<\/span>Spiegel<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">\u2039<\/span>-Interview vom 28. Juli 1969. In: Kraushaar, Wolfgang (Hrsg.): Frankfurter Schule und Studentenbewegung, Hamburg 1998, S. 658.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote22\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote22anc\" name=\"sdfootnote22sym\">22<\/a> Forderungskataloge zitiert nach: Horst, Johanna-Charlotte; u.a. (Hrsg.): Was passiert?, Z\u00fcrich 2010, S. 93, 141, 181, 215, 389.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote23\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote23anc\" name=\"sdfootnote23sym\">23<\/a> Vgl. Dehnerdt, Fredrik: \u00bbWas soll ich wollen?\u00ab, Marburg 2014, S. 50.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote24\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote24anc\" name=\"sdfootnote24sym\">24<\/a> Vgl. Stellungnahme von Rektor Karlheinz T\u00f6chterle. In: Heissenberger, Stefan; u.a. (Hrsg.): Uni Brennt, Wien 2010, S. 302f.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote25\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote25anc\" name=\"sdfootnote25sym\">25<\/a> Adorno, Theodor W.: Theorie der Halbbildung, in: Soziologische Schriften I, Frankfurt 2015, S. 121.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote26\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote26anc\" name=\"sdfootnote26sym\">26<\/a> Forderungskataloge zitiert nach: Horst, Johanna-Charlotte; u.a (Hrsg.): Was passiert?, Z\u00fcrich 2010, S. 141, 389.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Joshua Schultheis \u00bbIHR BILDET DIE F\u00c4HIGKEIT DES BLINDEN GEHORSAMS GEGEN\u00dcBER EINER VERWIRRENDEN FLUT VON TRIVIALEN VERORDNUNGEN DER B\u00dcROKRATIE AUS. 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