{"id":1326,"date":"2024-11-04T13:19:37","date_gmt":"2024-11-04T12:19:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/?p=1326"},"modified":"2024-12-19T15:35:15","modified_gmt":"2024-12-19T14:35:15","slug":"dem-machtmissbrauch-die-macht-nehmen-huch-98","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/2024\/11\/dem-machtmissbrauch-die-macht-nehmen-huch-98\/","title":{"rendered":"DEM MACHTMISSBRAUCH DIE MACHT NEHMEN! &#8211; HUch #98"},"content":{"rendered":"\n<p>| Hanna Jetter |<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#e32140\" class=\"has-inline-color\">Dozierende missbrauchen ihre Macht gegen\u00fcber Studierenden und die Uni sieht nicht nur tatenlos zu, sondern tr\u00e4gt zur Isolierung ihrer Studierenden bei. Hanna Jetter zeigt auf, wie Machthierachien genau das bewirken, und wie der jahrzehntelange und verschleierte Machtmissbrauch durch Andreas Kohring kein Einzelfall ist, sondern System hat.<\/mark><\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Huch-98-Fotografien5-1007x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1334\" width=\"298\" height=\"303\" srcset=\"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Huch-98-Fotografien5-1007x1024.jpg 1007w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Huch-98-Fotografien5-295x300.jpg 295w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Huch-98-Fotografien5-768x781.jpg 768w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Huch-98-Fotografien5-24x24.jpg 24w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Huch-98-Fotografien5-36x36.jpg 36w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Huch-98-Fotografien5-48x48.jpg 48w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Huch-98-Fotografien5.jpg 1032w\" sizes=\"auto, (max-width: 298px) 100vw, 298px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#e32140\" class=\"has-inline-color\"><\/mark><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAndreas Kohring ist ein T\u00e4ter\u201c<sup>1<\/sup> \u2013 mit diesen Worten beginnt das Statement des anonymen Kollektivs, das einem Dozenten der HU \u00f6ffentlich Machtmissbrauch, Gewalt und Diskriminierung vorwirft. Ein Paukenschlag an der HU. Menschen in Verantwortungspositionen zittern. Es hagelt Zeitungsberichte, studentische Vollversammlungen, Pressemitteilungen, Betroffenengespr\u00e4che. Kohring wird erst freigestellt und dann gek\u00fcndigt, ein K\u00fcndigungsschutzprozess endet mit einem juristischen Vergleich. Zeitgleich werden weitere Vorw\u00fcrfe der sexualisierten Gewalt gegen Andreas Eckert publik. An der HU beginnt im Sommer 2023 ein Prozess der \u00d6ffentlichmachung und Aufarbeitung von Machtmissbrauch. Dieser Prozess ist noch lange nicht vollendet. So viel l\u00e4sst sich vorwegnehmen: Das Thema Machtmissbrauch wird Hochschulen nicht loslassen, solange sich nicht strukturell etwas am extrem hierarchischen System Wissenschaft \u00e4ndert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der folgende Text bietet einen kurzen \u00dcberblick dar\u00fcber, was Machtmissbrauch ist und warum die HU und andere Hochschulen ein Problem mit Machtmissbrauch haben und so schnell auch nicht loswerden. Das Anliegen des Artikels ist es, ein wenig Licht in die rechtlichen Rahmenbedingungen bringen und vor allem aber transparent machen, wie ihr euch wehren k\u00f6nnt. Denn das ist m\u00f6glich: Sowohl auf rechtlich-institutioneller als auch auf aktivistischer Ebene. Betroffenen soll Mut gemacht werden: Ihr seid nicht machtlos, auch wenn es oft so aussehen mag und sich Menschen in Verantwortungspositionen gerne auf ihre angebliche Handlungsunf\u00e4higkeit berufen. Vor allem aber seid ihr nicht allein. Es gibt Menschen, die euch glauben, und die euch helfen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMachtmissbrauch beruht auf dem Ausnutzen strukturell gefestigter, professoraler Privilegien von finanzieller Sicherheit, Entscheidungsgewalt und Wissenshierarchien. [\u2026] Eng verbunden ist Machtmissbrauch dabei mit verschiedenen Formen von Diskriminierung, weil Wissenschaft &amp; Lehre immer noch von patriarchalen und wei\u00dfen Perspektiven gepr\u00e4gt sind.\u201c<sup>2<\/sup> Machtmissbrauch bedeutet oft, dass Dozierende ihre Aufgaben nicht (sachgem\u00e4\u00df) erf\u00fcllen oder ihre Kompetenzen weit \u00fcberschreiten \u2013 und das in erschreckender Regelm\u00e4\u00dfigkeit und Unbelehrbarkeit. Wir, das hei\u00dft die AG Machtmissbrauch im RefRat, definieren Machtmissbrauch daher zun\u00e4chst unabh\u00e4ngig von sonstigen Diskriminierungskategorien. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber: Auch eine angeblich noch so aufgekl\u00e4rte, weltoffene Universit\u00e4t wie die Humboldt-Uni kann keinen Raum au\u00dferhalb von gesellschaftlichen Diskriminierungsverh\u00e4ltnissen bieten. Brennpunktartig fokussiert sich daher Machtmissbrauch oft auf Studierenden, die sowieso gesellschaftlich diskriminiert werden. Das zeigt sich zum Beispiel an transfeindlichen Kommentaren in Vorlesungen, rassistischen Vorurteilen in der Bewertung von Leistungen, der systematischen Erschwerung des Studiums f\u00fcr Studierende mit Kind oder Studierende mit chronischer Erkrankung oder eben an sexualisierter Bel\u00e4stigung und Gewalt gegen Studentinnen und weiblich gelesenen Studierenden. Diese Studierenden bekommen zwei Machtverh\u00e4ltnisse zu sp\u00fcren \u2013 zur allt\u00e4glichen, gesamtgesellschaftlichen Diskriminierung kommt die systematische Verunm\u00f6glichung des Studiums hinzu. Erm\u00f6glicht wird das erst durch \u201eAbh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnisse, Machtasymmetrien und strukturelle Diskriminierung\u201c, die \u201eKennzeichen von Hochschulen sind\u201c.<sup>3<\/sup> Solange sich an diesem Rahmen nichts \u00e4ndert, bildet die Uni weiterhin einen fruchtbaren N\u00e4hrboden f\u00fcr Machtmissbrauch.<\/p>\n\n\n\n<p>In vielen F\u00e4llen, die in der Beratung im RefRat ankommen, wiederholt sich ein Muster: Die T\u00e4ter*innen haben Positionen inne, in denen niemand an ihnen vorbeikommt \u2013 zum Beispiel sind sie die einzigen Lehrpersonen, die bestimmte Module anbieten, oder Vorsitzende in wichtigen Kommissionen wie dem Pr\u00fcfungsausschuss. Oft gibt es eine lange Geschichte verschiedenster Beschwerden und Konfliktl\u00f6sungsversuche. Gleichzeitig hat keine der angestrebten L\u00f6sungen langfristig und zufriedenstellend funktioniert. Es sei angemerkt, dass diese Konfliktl\u00f6sungsversuche oft einfach nur Pseudo-L\u00f6sungen sind und nichts am gr\u00f6\u00dferen institutionellen Rahmen \u00e4ndern, sondern im Gegenteil fast aktionistisch das Gewissen von Menschen in Verantwortungspositionen beruhigen, ohne wirklich das Bed\u00fcrfnis von Opfer sexualisierter Gewalt in den Vordergrund zu stellen. Es \u00fcberrascht nicht, dass T\u00e4ter*innen an der HU wie auch sonst fast \u00fcberall keine Angst vor Konsequenzen haben m\u00fcssen. Trotzdem lassen sich Gr\u00fcnde ausmachen, warum T\u00e4ter*innen besonders an Universit\u00e4ten nichts zu bef\u00fcrchten haben.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><strong>\u201eDie Dozentin sitzt im Pr\u00fcfungsausschuss und hat gedroht, dass sie am l\u00e4ngeren Hebel sitzen w\u00fcrde, uns durch unser gesamtes Studium verfolgen wird und wir schon sehen werden.\u201c<\/strong><sup>4<\/sup><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>In \u00a7 3 Abs. 1 der <em>Richtlinie f\u00fcr ein respektvolles Miteinander an der HU<\/em> steht zwar: \u201eDie HU sch\u00fctzt all ihre hauptberuflich und nebenberuflich T\u00e4tigen, ihre Studierenden sowie ihre G\u00e4ste vor Diskriminierung, Mobbing, Stalking sowie sexualisierter Bel\u00e4stigung und Gewalt. Sie ahndet Verst\u00f6\u00dfe gegen diesen Grundsatz.\u201c<sup>5<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Um einen Versto\u00df anst\u00e4ndig zu ahnden, m\u00fcssen jedoch zun\u00e4chst zwei Voraussetzungen erf\u00fcllt sein: Die betroffene Person oder der*die Zeug*in muss den Mut besitzen, den Vorfall an die zust\u00e4ndige Stelle zu melden. Anschlie\u00dfend muss die zust\u00e4ndige Stelle den Fall konsequent verfolgen und die M\u00f6glichkeit haben, Konsequenzen zu ziehen, die den Bed\u00fcrfnissen der Betroffenen gerecht werden. Hier tun sich vielf\u00e4ltige Probleme auf, die im Endeffekt dazu f\u00fchren, dass F\u00e4lle von Machtmissbrauch bisher fast immer ohne betroffenengerechte Konsequenzen bleiben. Zun\u00e4chst muss der \u00dcbergriff auch als solcher wahrgenommen werden. Besonders im Klima einer \u201eaufgekl\u00e4rten\u201c Universit\u00e4t werden verh\u00e4ngnisvolle Machtstrukturen nur selten thematisiert. Das f\u00fchrt dazu, dass Personen in Machtpositionen vorschnell in Schutz genommen werden. Argumentiert wird hier unter anderem&nbsp; mit der Lehrfreiheit. Studis kennen oft ihre Rechte nicht gut genug und vertrauen zun\u00e4chst darauf, dass das, was Profs tun, schon richtig sein wird \u2013 ein gesundes Misstrauen ist hier jedoch immer angebracht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Person muss dann den Mut finden, \u00fcber den \u00dcbergriff zu sprechen. Das ist schon im engsten Freund*innenkreis oft nicht leicht. Sehr viel schwerer wird es jedoch in einem so hierarchischen und f\u00fcr die Betroffenen meist zentralen Umfeld wie der Uni. Hier spielt nun nicht nur Scham eine Rolle, sondern auch die sehr reelle Angst vor Sanktionierung. Wer seinen Prof kritisieren oder melden m\u00f6chte und gleichzeitig \u00fcber Noten, Netzwerk, gar Lohnabh\u00e4ngigkeit und akademische Karriere von ihm abh\u00e4ngig ist, der \u00fcberlegt sich doppelt und dreifach, einen Vorfall zu melden.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><strong>\u201eIn unseren Vorlesungen gibt es auch Rassismus. Ich h\u00e4tte gerne mehr etwas gesagt, aber ich habe mich aufgrund der Machtsituation nicht getraut.\u201c<\/strong><sup>6<\/sup><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Des Weiteren braucht es eine zust\u00e4ndige Stelle, von der Betroffene wissen, der sie vertrauen, und die dann tats\u00e4chliche Handlungsm\u00f6glichkeiten hat. An der HU werden eine Vielzahl von Personen als verantwortlich benannt.<sup>7 <\/sup>Oft fehlt es an Wissen \u00fcber rechtliche Handlungsm\u00f6glichkeiten; so m\u00fcssen beispielsweise Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte erstaunlicherweise keinerlei Fortbildungen zum Umgang mit Betroffenen machen und werden auch innerhalb der HU nicht zu Themen wie Machtmissbrauch geschult. Es kommt dar\u00fcber hinaus zu einer Verantwortungsdiffusion: F\u00e4lle werden von Stelle zu Stelle weitergereicht, bis die Betroffenen die Energie verlieren und sich die F\u00e4lle in den Akten verlieren. Es br\u00e4uchte eine zentrale, geschulte Stelle, die auch andere Diskriminierungsformen als die gegen Frauen im Blick beh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p><br>F\u00fcr Betroffenenvertretungen fehlt es zudem an der M\u00f6glichkeit, selbst Konsequenzen einzuleiten. Ob die Meldung eine tats\u00e4chliche Besserung der Situation bewirkt, h\u00e4ngt bisher recht zuf\u00e4llig von Wissen, Motivation und gutem Willen der angesprochenen Stelle an.<sup>8<\/sup> Wenn Menschen in der Beratung des RefRat landen, haben sie oft schon einige schlechte Erfahrungen mit anderen Beratungsstellen gemacht. Studis erleben also nicht nur eine signifikante Verletzung ihrer Identit\u00e4t und Integrit\u00e4t<sup>9<\/sup>, sondern werden darin von der Universit\u00e4t isoliert und ohnm\u00e4chtig zur\u00fcckgelassen. Dies geschieht seit Jahrzehnten im Wissen der verantwortlichen Stellen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><strong>\u201eViele meiner Freundinnen haben sich bei mir \u00fcber Sexismus beschwert. Allerdings hat niemand von ihnen das gemeldet, weil die Probleme allgemein bekannt sind, aber trotzdem bislang nichts passiert ist. Dadurch haben sie sich machtlos gef\u00fchlt.\u201c<\/strong><sup>10<\/sup><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Im Fall Kohring waren \u00dcbergriffe seit den 90ern bekannt. Auch die zentrale Frauenbeauftragte wusste seit 2010 von den \u00dcbergriffen. Es hat \u00fcber zwei Jahrzehnte gedauert, bis echte Konsequenzen folgten. Das Vertrauen von Studis in Ansprechstellen muss in den kommenden Jahren hart zur\u00fcckerarbeitet werden. Gleichzeitig muss in der Debatte um Machtmissbrauch unbedingt anerkannt werden, dass nicht einzelne Ansprechpersonen Schuld tragen, sondern immer diese T\u00e4ter*innen sowie das System, das ihnen die M\u00f6glichkeit bietet und sie im Folgenden sch\u00fctzt. So wichtig es auch ist, Betroffene gezielt anzusprechen: F\u00fcr wirksame Pr\u00e4vention braucht es unbedingt auch die Ansprache von Menschen in Machtpositionen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie aber k\u00f6nnen Studis vorgehen? Am wichtigsten ist es zun\u00e4chst, alles M\u00f6gliche zu dokumentieren. Ein Ged\u00e4chtnisprotokoll ist hier oft hilfreich, Screenshots k\u00f6nnen ebenfalls weiterhelfen. Von belastenden Lehrveranstaltungen oder Sprechstunden lassen sich auch Audioaufnahmen machen. Auch wenn ihr keine weiteren Schritte gegen T\u00e4ter*innen gehen wollt, ist es zur Verringerung der Dunkelziffer hilfreich, wenn ihr euch mit euren Erfahrungen bei uns meldet und eure Erfahrungen (auch anonymisiert) mit uns teilt. Nur so gehen die Erfahrungen von Generationen Studierender nicht verloren, wenn sie die Uni verlassen. Wenn gew\u00fcnscht, k\u00f6nnen wir au\u00dferdem beraten und gegebenenfalls zusammen Schritte planen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auf rechtlich-institutionellem Weg lassen sich vor allem arbeitsrechtliche Konsequenzen einfordern. Dies sind z.B. Weisungen oder Er- und Abmahnungen, Druck muss hier auf die jeweiligen Vorgesetzten ausge\u00fcbt werden. Ein Versto\u00df gegen eine Weisung kann die Grundlage f\u00fcr eine K\u00fcndigung darstellen. Bei verbeamteten Profs gestalten sich die rechtlichen Handlungsm\u00f6glichkeiten grunds\u00e4tzlich ein wenig enger als im Arbeitsrecht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn die jeweiligen Vorgesetzten der Personen ihre F\u00fcrsorgepflichten nicht wahrnehmen und auf Beschwerden nicht eingehen, l\u00e4sst sich auch eine Dienstaufsichtsbeschwerde schreiben oder die Ombudsstelle des Landesantidiskriminierungsgesetzes Berlin (LADG Bln) aktivieren. Hierzu kann sich antidiskriminierungsrechtliche Beratung im Studentischen Sozialberatungssystem eingeholt werden. <sup>11<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Der rechtlich-institutionelle Rahmen ist aber nur ein m\u00f6glicher Handlungsrahmen. Recht ist doch oft eher Unterdr\u00fcckungsinstrument als Mittel zur Emanzipation. Aus Protest- und Bewegungsgeschichte l\u00e4sst sich lernen, dass kreativer, unbequemer Protest oft am wirksamsten ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Daher: Bildet Banden und werdet kreativ. Unterst\u00fctzt euch gegenseitig und vor allem Betroffene. Brecht Isolation auf. Wenn die Person (zun\u00e4chst) nicht von der HU wegzubekommen ist, bleibt immer noch die M\u00f6glichkeit der Schadensbegrenzung. Hier kann versucht werden, die Person aus ihrer alleinigen, m\u00e4chtigen Stellung oder auch aus Gremien herauszubekommen. Dazu l\u00e4sst es sich gut mit hochschulpolitisch aktiven Menschen wie z. B. den Fachschaften zusammenarbeiten. Auch Outcalling kann wirksam sein \u2013 das kann institutsintern passieren oder \u00f6ffentlich. Medialer Druck kann Menschen in Verantwortungspositionen zum Handeln zwingen. Wenn wir uns beispielsweise vorstellen, dass ein \u00fcbergriffiger Professor und seine Lehrveranstaltungen kollektiv bestreikt oder blockiert werden, so k\u00e4me (zumindest in nicht-beamtenrechtlichen Arbeitsverh\u00e4ltnissen) f\u00fcr die Unileitung eine sogenannte Druckk\u00fcndigung infrage, da sie Schaden von der Universit\u00e4t abwenden muss. Nur organisierte Studierendenschaften sind starke Studierendenschaften, die sich selbst sch\u00fctzen k\u00f6nnen. Genau deswegen ist es so wichtig, in der Hochschulpolitik best\u00e4ndig auf den R\u00fcckbau von Hierarchien und Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnissen hinzuwirken: Denn so sieht langfristige und verantwortungsvolle Pr\u00e4vention von Machtmissbrauch aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer an der HU Verantwortung tr\u00e4gt und sich hinter angeblicher Handlungsf\u00e4higkeit versteckt oder absichtlich Konsequenzen verschleppt, auf den l\u00e4sst sich kein Vertrauen bauen. Die HU muss die Aufarbeitung von Machtmissbrauch nach den Jahrzehnten des Schweigens endlich als oberste Priorit\u00e4t setzen, Betroffenen endlich glauben und echte Konsequenzen ziehen. Die Uni ist f\u00fcr Studierende da, nicht f\u00fcr ihre Profs \u2013 wir sind viele, und wir nehmen uns unsere Uni zur\u00fcck.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li> &nbsp;<a href=\"https:\/\/de.indymedia.org\/node\/291714\">https:\/\/de.indymedia.org\/node\/291714<\/a> (zuletzt abgerufen: 27.06.2024), siehe auch HUch-Redaktion und RefRat: <a href=\"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/2024\/03\/keine-uni-fuer-taeter\/\">https:\/\/www.refrat.de\/huch\/2024\/03\/keine-uni-fuer-taeter\/<\/a> (zuletzt abgerufen: 27.06.2024).<\/li>\n\n\n\n<li>Definition: RefRat HU Berlin, entnommen dem Informationsplakat zum Thema Machtmissbrauch, abholbar Ziegelstr. 4.<\/li>\n\n\n\n<li>Pantelmann, Blackmore: Sexualisierte Bel\u00e4stigung, Diskriminierung und Gewalt im Hochschulkontext (2023), S. 3.<\/li>\n\n\n\n<li>Aus einer anonymen Umfrage zu Machtmissbrauch, RefRat November 2023<\/li>\n\n\n\n<li>Richtlinie des Pr\u00e4sidenten sowie Dienstvereinbarung zwischen dem Pr\u00e4sidenten und dem Gesamtpersonalrat f\u00fcr ein respektvolles Miteinander an der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin, Amtliches Mitteilungsblatt Nr. 117\/2014, online abrufbar: <a href=\"https:\/\/gremien.hu-berlin.de\/de\/amb\/2014\/117\/117_2014_RL%20und%20DV%20respektvolles%20Miteinander_DRUCK.pdf\">https:\/\/gremien.hu-berlin.de\/de\/amb\/2014\/117\/117_2014_RL%20und%20DV%20respektvolles%20Miteinander_DRUCK.pdf<\/a> (zuletzt abgerufen 11.05.2024)&nbsp;Richtlinie des Pr\u00e4sidenten sowie Dienstvereinbarung zwischen dem Pr\u00e4sidenten und dem Gesamtpersonalrat f\u00fcr ein respektvolles Miteinander an der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin, Amtliches Mitteilungsblatt Nr. 117\/2014, online abrufbar: <a href=\"https:\/\/gremien.hu-berlin.de\/de\/amb\/2014\/117\/117_2014_RL%20und%20DV%20respektvolles%20Miteinander_DRUCK.pdf\">https:\/\/gremien.hu-berlin.de\/de\/amb\/2014\/117\/117_2014_RL%20und%20DV%20respektvolles%20Miteinander_DRUCK.pdf<\/a> (zuletzt abgerufen 11.05.2024).<\/li>\n\n\n\n<li>Aus einer anonymen Umfrage zu Machtmissbrauch, RefRat November 2023.<\/li>\n\n\n\n<li>Unter anderem: Die jeweiligen Vorgesetzten, die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten, die Pr\u00e4sidentin und die Dekan*innen, der RefRat und das angegliederte Beratungssystem.<\/li>\n\n\n\n<li>Zur schwierigen Rolle von Gleichstellungsakteur*innen s. auch W\u00e4lty\/Pantelmann in: Pantelmann\/Blackmore: Sexualisierte Bel\u00e4stigung, Diskriminierung und Gewalt im Hochschulkontext (2023), S. 32.<\/li>\n\n\n\n<li>Pantelmann\/Blackmore: Sexualisierte Bel\u00e4stigung, Diskriminierung und Gewalt im Hochschulkontext (2023), S. 4.<\/li>\n\n\n\n<li>Aus einer anonymen Umfrage zu Machtmissbrauch, RefRat November 2023.<\/li>\n\n\n\n<li>Mehr Informationen auf der Website der Allgemeinen Rechtsberatung beim SSBS: <a href=\"https:\/\/www.refrat.de\/beratung.recht.html\">https:\/\/www.refrat.de\/beratung.recht.html<\/a>.&nbsp;<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>| Hanna Jetter | Dozierende missbrauchen ihre Macht gegen\u00fcber Studierenden und die Uni sieht nicht nur tatenlos zu, sondern tr\u00e4gt zur Isolierung ihrer Studierenden bei. 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