{"id":1247,"date":"2024-05-04T11:16:44","date_gmt":"2024-05-04T09:16:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/?p=1247"},"modified":"2024-06-05T14:43:33","modified_gmt":"2024-06-05T12:43:33","slug":"zur-kritik-des-antisemitismus-antikommunismus-in-der-ddr-aufarbeitung-huch97","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/2024\/05\/zur-kritik-des-antisemitismus-antikommunismus-in-der-ddr-aufarbeitung-huch97\/","title":{"rendered":"Zur Kritik des Antisemitismus &#038; Antikommunismus in der DDR-Aufarbeitung HUch#97"},"content":{"rendered":"\n<p>| von Kristina N. Ders |<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wer sich aus einer linken, kritischen Perspektive mit der DDR besch\u00e4ftigt, sollte ein besonderes Augenmerk darauf legen, keine vorschnellen affirmativen oder aversiven Urteile zu f\u00e4llen. Die Biographieforschung kann unter anderem ein Mittel sein, welche sich mit der Kritik des Antisemitismus aber auch des Antikommunismus in der DDR-Aufarbeitung befasst.<\/em><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ein Amalgam \u2014 so bezeichnet man das Ergebnis dessen, wenn zwei Stoffe sich verbinden, ineinander aufgehen, verschmelzen: Etwas Neues entsteht. Im Gegensatz zum Amalgamieren in der Chemie, wonach sich zwei Stoffe in der Regel wieder voneinander trennen lassen, ist der Prozess in den Gesellschaftswissenschaften ungleich m\u00fchseliger. In Bezug auf die bundesdeutsche Aufarbeitung der DDR l\u00e4sst sich die Analogie darauf anwenden, wie Momente der Kritik des Antisemitismus mit Elementen antikommunistischer Weltanschauung amalgamiert sind. Wie es zu diesem historischen Prozess kam, und welche Konsequenzen er bis heute \u2014 unter anderem auch an der Humboldt Universit\u00e4t zu Berlin \u2014 aufweist, soll folgend aufgezeigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei soll keineswegs der Versuch einer \u201eEhrenrettung\u201c der DDR unternommen werden. Genauso wenig wird behauptet, in der DDR h\u00e4tte es keinen Antisemitismus gegeben. Es wird f\u00fcr eine Aufarbeitung der Geschichte der DDR pl\u00e4diert, die nicht vom Beginn der Erz\u00e4hlung an das Ziel ihrer Delegitimation verfolgt. Aus linker Perspektive kann wenig daran gelegen sein, die Lebensleistung jener, die nach Flucht, Vertreibung, Exil und Lagerhaft sich dazu entschlossen, nach Deutschland zur\u00fcckzukehren und einen neuen Staat mit gerechteren Lebensbedingungen aufzubauen, herabzuw\u00fcrdigen und sie zu naiven Gl\u00e4ubigern des Kommunismus zu erkl\u00e4ren. Stattdessen sollten wir uns fragen, warum sie so fest davon \u00fcberzeugt waren, sich selbst in einer historischen Situation zu befinden, in der der Aufbau dieses anderen Staates m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die bundesdeutsche Aufarbeitung ist getragen von verschiedenen S\u00e4ulen. An dieser Stelle stellen sich zwei als besonders betrachtenswert heraus: Eine besteht wesentlich daraus, ihren Gr\u00fcndungsmoment, den Antifaschismus, zum Mythos zu erkl\u00e4ren. Eine andere versucht, eine antisemitische Kontinuit\u00e4t zu behaupten. Beide sind eng miteinander verkn\u00fcpft.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits 1992 gr\u00fcndete der deutsche Bundestag eine Enquete-Kommission<sup>1<\/sup>, die sich der \u201eAufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland\u201c verpflichtet sah. Auf diese Kommission folgte eine zweite, die schlie\u00dflich in die Bundesstiftung Aufarbeitung \u00fcberf\u00fchrt wurde. Diese arbeitete daran, die SED \u201ein das kommunistische Machtgef\u00fcge und die Geschichte des Kommunismus [einzubetten], denn es hat ja auch in der Weimarer Republik eine Kommunistische Partei in Deutschland gegeben, die ihren ganz eigenen Beitrag zum Untergang der Weimarer Demokratie geleistet hat\u201c<sup>2<\/sup>. Es offenbart sich der Versuch, den Gr\u00fcnder_innen der DDR, die oftmals eben Mitglied in der KPD der Weimarer Republik waren, eine historische Mitschuld am Dritten Reich zuzusprechen und so die DDR in eine direkte Kontinuit\u00e4t zu stellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wird \u00fcber die ehemalige DDR gesprochen, ob nun im \u00f6ffentlichen oder akademischen Diskurs, so geht es zumeist um ihr Scheitern, das ebenso h\u00e4ufig als unvermeidlich vorausgesetzt wird. Als die DDR 1949 auf den Tr\u00fcmmern des nationalsozialistischen Deutschland gegr\u00fcndet wurde \u2014 ausgerufen von der sowjetischen Siegermacht und aus dem Exil, aus dem Lager oder Versteck Zur\u00fcckgekehrten, die den Glauben an die Ver\u00e4nderbarkeit ihrer alten Peiniger nicht verloren hatten \u2014 war dieses Scheitern allerdings nicht in Stein gemei\u00dfelt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2251\" height=\"1493\" src=\"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Huch-97-Fotografien24.1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1278\" srcset=\"https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Huch-97-Fotografien24.1.jpg 2251w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Huch-97-Fotografien24.1-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Huch-97-Fotografien24.1-1024x679.jpg 1024w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Huch-97-Fotografien24.1-768x509.jpg 768w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Huch-97-Fotografien24.1-1536x1019.jpg 1536w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Huch-97-Fotografien24.1-2048x1358.jpg 2048w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Huch-97-Fotografien24.1-24x16.jpg 24w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Huch-97-Fotografien24.1-36x24.jpg 36w, https:\/\/www.refrat.de\/huch\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Huch-97-Fotografien24.1-48x32.jpg 48w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Foto: Maximilian Schaaf<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Wissen um das Scheitern des Sozialismus muss also weder Erz\u00e4hlung noch Forschung zwangsl\u00e4ufig zugrunde gelegt werden. Stattdessen kann es lohnenswert sein, die Geschichte der DDR von vorne zu erz\u00e4hlen und ihr Ende eben bis zum Ende offen zu halten, um den jeweiligen Handlungen der in ihr partizipierenden Personen gerecht zu werden. Als Beispiel daf\u00fcr soll Wolfgang Heise besprochen werden, welcher an sp\u00e4terer Stelle durch seine Biographie und sein Wirken genau diesen Ansatz best\u00e4tigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele der Zur\u00fcckgekehrten vertraten die feste \u00dcberzeugung, die Deutschen, die in der \u00fcberw\u00e4ltigenden Mehrheit Hitler gest\u00fctzt hatten, durch beispielsweise Bildung zur Abkehr von nationalsozialistischen Gedankengut bewegen zu k\u00f6nnen. So erkl\u00e4ren sich auch die massiven Subventionierungen, die der Staat der Kulturarbeit, aber auch den Universit\u00e4ten zukommen lie\u00df. Nat\u00fcrlich musste diese Kulturarbeit, genauso wie die wissenschaftliche, sich in den Schmalspuren der Marxismusauslegung der SED bewegen und war in dem Sinne nicht frei. Die Behauptung, man h\u00e4tte einen antifaschistischen Konsens einfach vorausgesetzt und den Deutschen dann \u00fcbergest\u00fclpt, l\u00e4sst sich allerdings historisch nicht beweisen.<sup>3<\/sup> Erkl\u00e4rt man den zentralen Baustein der DDR von vornherein zum Mythos, der nie handlungsweisend war, negiert man das eigentliche Fundament des Staates und bereitet den Weg f\u00fcr eine Geschichte, die nach eigener Interpretation nie erfolgreich h\u00e4tte ausgehen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier zeigen sich Parallelen zum Kulturkampf von Rechts, den wir gerade beobachten k\u00f6nnen. Das Scheitern der DDR wird nicht auch im Kontext ihrer letztendlichen Unterlegenheit unter den \u00f6konomischen Zw\u00e4ngen betrachtet, sondern man postuliert die eigene \u00dcberlegenheit, indem man sich ihrer angeblich unterlegenen kulturellen Beschaffenheit annimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>In der DDR gab es nie eine Stunde 0 zur Staatsgr\u00fcndung, mit der der Antisemitismus den Menschen ausgetrieben worden w\u00e4re. Deswegen l\u00e4sst sich auch nicht behaupten, in der DDR h\u00e4tte es keinen Antisemitismus gegeben. Die R\u00fcckkehrer_innen waren sich dieser Situation schmerzlich bewusst<sup>4<\/sup>. Die Behauptung einer antisemitischen Kontinuit\u00e4t geht aber \u00fcber das Verbleiben von nationalsozialistischer Ideologie in den K\u00f6pfen der neuen DDR-B\u00fcrger_innen hinaus. Sie zieht eine Kontinuit\u00e4t zwischen dem NS und DDR, und untermauert durch verschiedene historische Zerrbilder. H\u00e4ufig benannt werden die osteurop\u00e4ischen Schauprozesse, die Hierarchisierung der Verfolgten des NS in \u201eOpfer\u201c und \u201eK\u00e4mpfer\u201c, die Weigerung der SED, arisiertes Eigentum seinen urspr\u00fcnglichen Besitzer_innen zur\u00fcck zu \u00fcbereignen und das Verh\u00e4ltnis der SED zu Israel.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine differenzierte Perspektive auf die DDR ist nur m\u00f6glich, indem man sich mit diesen Geschehnissen auseinandersetzt. Dass sie Anlass bieten, eine antisemitische Kontinuit\u00e4t zwischen NS und DDR herzustellen, ist nach eing\u00e4ngiger Betrachtung zu verwerfen. Besonders sticht in diesem Kontext die Aussage des Historikers Michael Wolffson hervor, die DDR sei \u201epraktisch \u201ajudenrein\u2018 (gewesen). Hitlers Wille war hier weitgehend Wirklichkeit\u2026\u201c\u200a<sup>5<\/sup>. Wie Herzberg eindr\u00fccklich aufzeigt, ist diese Behauptung schlichtweg nicht richtig. Einige Hundert Menschen j\u00fcdischer Herkunft, die gegen die Nazis k\u00e4mpften, vor ihnen fliehen mussten oder von ihnen eingesperrt wurden, kehrten aus \u00dcberzeugung in die DDR zur\u00fcck und ersetzten dort \u201edie weitgehend NS-belastete Intelligenzschicht in entscheidenden politischen und geistig-kulturellen Lebensbereichen\u201c<sup>\u200a6<\/sup>. Viele von ihnen gerieten, als Anspruch und Wirklichkeit in der DDR zu stark auseinander zu klaffen begannen, aufgrund ihrer dadurch entstandenen Kritik an der SED in Konflikt mit ihr und erfuhren staatliche Repression. <sup>7<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Ebenjene sind es, die vom Amalgam der Kritik des Antisemitismus\u2013Antikommunismus nach der Wiedervereinigung immer wieder unsichtbar gemacht worden sind und weiterhin werden. Sie sind zwar j\u00fcdischer Herkunft, wenn sie auch im Regelfall, aufgrund von b\u00fcrgerlicher Assimilation vor den Weltkriegen oder sp\u00e4testens der Hinwendung zum Marxismus zwischen den Kriegen, kaum mehr j\u00fcdische Praxis betreiben. Sie sind aber auch \u00fcberzeugte Marxist_innen und schw\u00f6ren dem Marxismus selbst dann nicht ab, wenn sie wie Ernst Bloch aufgrund ideologischer Differenzen die DDR sogar verlassen. Das Kontrastdenken des Amalgams Kritik des Antisemitismus\u2013Antikommunismus kann und will sie nicht erfassen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Humboldt-Universit\u00e4t ist schlie\u00dflich Wolfgang Heise zu nennen. Er wurde 1925 als Sohn einer j\u00fcdischen Mutter und eines preu\u00dfischen Vaters in Berlin geboren. Die Gr\u00e4uel der Nazizeit erlebte er als im damaligen Jargon sogenannter \u201cHalbjude\u201d am eigenen Leibe. Nach dem Abitur wurde er nach Zerbst deportiert, um Zwangsarbeit zu leisten. Die Folter der Nazis trug er bis zu seinem Lebensende nicht nur psychisch, sondern auch physisch mit sich. Sie f\u00fchrte mutma\u00dflich zu seinem fr\u00fchen Tod im April 1987. Nach dem Sieg der Alliierten trat er der KPD bei und machte sich auf den Weg einer akademischen Karriere. Dieser f\u00fchrte ihn auf den Lehrstuhl f\u00fcr Philosophiegeschichte, welcher jedoch bald darauf unterbrochen wurde: Er stellte sich \u00f6ffentlich gegen den kulturellen Kahlschlag des 11. Plenums des ZK<sup>8<\/sup>, zeigte sich solidarisch mit seinen Sch\u00fclern, wie beispielsweise Wolf Biermann und Rudolf Bahro. Seinen Professorenposten musste<br>er daraufhin r\u00e4umen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter seinen Sch\u00fcler_innen ist er bis heute unvergessen, im wissenschaftlichen Diskurs und an seiner Wirkungsst\u00e4tte spielt er allerdings keine Rolle mehr. Mit den akademischen Umstrukturierungen der Neunziger Jahre ist das intellektuelle Erbe des marxistischen Wissenschaftlers in vollkommene Vergessenheit geraten. Symptomatisch daf\u00fcr ist die einf\u00fchrende Vorlesungsreihe der \u201cBerliner Kulturwissenschaft\u201d, in der sich auf zahlreiche wissenschaftlich revolution\u00e4re Personen und Texte bezogen wird, die zwischen 1900 und 1933 im Umfeld der Berliner Universit\u00e4t entstanden. Das Institut f\u00fcr Kulturwissenschaft entstand jedoch mit seinen Rechtsvorg\u00e4ngern erst Anfang der sechziger Jahre in Ostberlin. Analog dazu wird heute allerdings in Bezug auf die Anf\u00e4nge der \u201cBerliner Schule der Kulturwissenschaft\u201d auf Friedrich Kittler verwiesen, der im Zuge der Wiedervereinigung an seinen Berliner Lehrstuhl gelangte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die tats\u00e4chliche Entstehungsgeschichte des Instituts ist eng verkn\u00fcpft mit der Lehrt\u00e4tigkeit Wolfgang Heises, der die Kulturwissenschaft der DDR in st\u00e4rkstem Ma\u00dfe pr\u00e4gte und nach dem erzwungenen R\u00fcckzug aus der Philosophie dort einen ordentlichen Lehrstuhl bekleidete.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entwicklung eines differenzierten Verst\u00e4ndnisses des historischen Versuchs DDR ist nur m\u00f6glich, indem man sich mit den Biographien all jener auseinander setzt, die \u00e4hnliche Schicksale erfahren haben wie beispielsweise Wolfgang Heise. Sie er\u00f6ffnen wichtige M\u00f6glichkeiten der Kritik am System, auch von innen, die uns sonst verschlossen bleiben. Man muss nicht die Meinung vertreten, die heutige deutsche Linke h\u00e4tte die DDR beerbt, um zu erkennen, dass ein Lernen aus ihren Fehlern nicht nur m\u00f6glich, sondern notwendig ist. Die h\u00e4ufig reflexhafte Abwehr demgegen\u00fcber zu hinterfragen, ist ein wichtiger Schritt f\u00fcr den Weg, sich frei zu machen vom eigenen Aufwachsen in den ideologischen Zw\u00e4ngen der Zeit nach dem Mauerfall.<\/p>\n\n\n\n<p><sup>1<\/sup> \u201eEnquete-Kommissionen (franz\u00f6sisch \u201eenquete\u201c: Befragung, Untersuchung) bereiten Entscheidungen zu umfangreichen und bedeutenden Themen vor. Auf Antrag eines Viertels seiner Mitglieder ist der Bundestag verpflichtet, eine Enquete-Kommission einzusetzen. Die Mitglieder der Enquetekommission werden im Einvernehmen der Bundestagsfraktionen benannt.\u201c<br><a href=\"http:\/\/\u201eEnquete-Kommissionen (franz\u00f6sisch \u201eenquete\u201c: Befragung, Untersuchung) bereiten Entscheidungen zu umfangreichen und bedeutenden Themen vor. Auf Antrag eines Viertels seiner Mitglieder ist der Bundestag verpflichtet, eine Enquete-Kommission einzusetzen. Die Mitglieder der Enquetekommission werden im Einvernehmen der Bundestagsfraktionen benannt.\u201c www.bundestag.de\/services\/glossar\/glossar\/E\/enquete-444734\">www.bundestag.de\/services\/glossar\/glossar\/E\/enquete-444734<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><sup>2 <\/sup> Seitz, Norbert: <em>Der SED-Diktatur droht das Vergessen.<\/em><br><a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/ddr-geschichte-der-sed-diktatur-drohtdas-vergessen-100.html\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/ddr-geschichte-der-sed-diktatur-drohtdas-vergessen-100.html<\/a> (2017)<\/p>\n\n\n\n<p><sup>3<\/sup> Selbst wenn sich die Situation so zugetragen h\u00e4tte, erscheint die moralische Angefasstheit davon dennoch wenig sinnvoll. H\u00e4tten die Deutschen, die sich nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes trotzdem nicht von ihm abwenden und weiterhin menschenfeindlich sein wollten, es nicht verdient gehabt, daf\u00fcr verfolgt und verurteilt zu werden? Hier zeigt sich, wie Antikommunismus dazu f\u00fchrt, denjenigen, die im sozialistischen Staat weiterhin ihrer antisemitischen und rassistischen Ausf\u00e4lle fr\u00f6hnen wollten, unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit das Recht daf\u00fcr zusprechen zu wollen. Die Frage, wem da Solidarit\u00e4t zu- und wem abgesprochen wird, sollte sich gestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><sup>4<\/sup> J\u00fcdisches Museum Berlin: <em>Ein anderes Land &#8211; J\u00fcdisch Leben in der DDR.<\/em> Neuland-Audios aus der Ausstellung.<br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/J\u00fcdisches Museum Berlin: Ein anderes Land - J\u00fcdisch Leben in der DDR. Neuland-Audios aus der Ausstellung. www.jmberlin.de\/ausstellungsaudios#lightbox-73579 (2023\" target=\"_blank\">www.jmberlin.de\/ausstellungsaudios#lightbox-73579<\/a> (2023) <\/p>\n\n\n\n<p><sup>5<\/sup> Herzberg, Wolfgang: <em>J\u00fcdische \u00dcberlebende, NS-T\u00e4ter, und Antisemitismus in der DDR.<\/em><br><a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/themen\/deutschlandarchiv\/324697\/juedischeueberlebende-ns-taeter-und-antisemitismus-in-der-ddr\/\">www.bpb.de\/themen\/deutschlandarchiv\/324697\/juedischeueberlebende-ns-taeter-und-antisemitismus-in-der-ddr\/<\/a> (2020)<\/p>\n\n\n\n<p><sup>6<\/sup> Ebd. <\/p>\n\n\n\n<p><sup>7<\/sup> Es erscheint sinnvoll zu betonen, dass die Repression nicht erfolgte, weil sie j\u00fcdisch waren, sondern weil sie sich gegen die Partei stellten. <\/p>\n\n\n\n<p><sup>8<\/sup> Im Dezember 1965 fand das elfte Plenum des Zentralkomitees statt, angesetzt um die wirtschaftliche Entwicklung der DDR zu debattieren. Es geriet unter Walter Ulbrichts Federf\u00fchrung zum kulturellen Kahlschlagsplenum. Die kulturellen Entwicklungen der vorausgegangenen kurzen Periode der Liberalisierung wurden harscher Kritik unterzogen, vornehmlich um von der desastr\u00f6sen wirtschaftlichen Lage und dem Scheitern des Neuen \u00d6konomischen Systems abzulenken.<br><br><br><br><br><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>| von Kristina N. Ders | Wer sich aus einer linken, kritischen Perspektive mit der DDR besch\u00e4ftigt, sollte ein besonderes Augenmerk darauf legen, keine vorschnellen affirmativen oder aversiven Urteile zu f\u00e4llen. 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