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How To: Datensicherheit ­ Beilage zur HUch! 53
len und diese an beliebig viele weitere Empfänger_innen
senden. Dies passiert für Versender_innen und Empfän-
ger_innen unsichtbar.
Das zweite Problem der Authentizität ergibt sich eben-
falls aus der Tatsache, dass jede Mail über verschiedene
Vermittlungsstellen geleitet wird. Jede dieser Stellen kann
theoretisch und praktisch die Email manipulieren.
Das Public-/Private-Key-Verfahren
Das Public-/Private-Key-Verfahren adressiert beide oben
genannten Probleme. Es funktioniert so: Wer verschlüs-
selte Emails senden und empfangen will, generiert sich
auf dem heimischen Rechner ein Schlüsselpaar, also
zwei Schlüssel, die zueinander gehören. Der öffentliche
Schlüssel ist völlig unbedenklich und kann an alle, mit
denen mensch in verschlüsselte Kommunikation treten
will, verschickt werden. Der private Schlüssel ist wie der
Name schon sagt privat und sollte nicht in falsche Hände
gelangen. Daher ist dieser Schlüssel zusätzlich mit einer
Passphrase geschützt. Der private Schlüssel befindet sich
also selbst in nochmals verschlüsselter Form auf der eige-
nen Festplatte und kann nur durch Eingabe der Passphra-
se entschlüsselt werden.
Die folgenden zwei Graphiken veranschaulichen das
Prinzip:
H
ier vorgestellt wird das Verschlüsseln und das
Signieren von Emails mittels Thunderbird und
GnuPG. Thunderbird ist ein Email-Client, der in etwa die
Funktionen von Microsoft Outlook bietet; GnuPG (,,GNU
Privacy Guard") ermöglicht verschiedene Formen von
Verschlüsselung. Zwischen diesen beiden vermittelt ein
Plugin namens Enigmail, das im Thunderbird installiert
werden muss. Andere Kombinationen von Software sind
denkbar. Aus praktischen Gründen wird hier allerdings
nur diese Kombination für GNU/Linux, Windows- und
Mac-Betriebssysteme vorgestellt.
Problemstellung
Bei der Email-Kommunikation im Internet stellen sich
grundsätzlich zwei Probleme: Das Problem der Privat-
sphäre und das Problem der Authentizität. Um dies weiter
zu verständlichen ist ein kurzer Exkurs in die Funktions-
weise des Internets nötig. Verschickt mensch eine Email,
so wird diese über verschiedene Server und Router wei-
tergeleitet, bis sie schließlich in der gewünschten Mailbox
landet. Jede dieser Vermittlungsstellen empfängt die Mail,
erzeugt eine Kopie und leitet diese weiter. Es gilt die Regel:
,,Every act on the internet is a copy." Aus dieser Tatsache
ergibt sich das Problem der Privatsphäre, denn im Prinzip
kann jede Vermittlungsstelle auch mehrere Kopien erstel-
Email-V
erschlüsselung
mit Thunderbird, GnuPG und Enigmail