Hochschulübergreifendes Studium in Berlin wieder möglich!

Pressemitteilung vom 6.Juni 2009

Studentische Anträge erfolgreich – weitere Verbesserungen des Studiums an
der Humboldt-Universität beschlossen – endlich mal was Positives aus den
Hochschulen

Ab sofort können Studierende in Berlin wieder Studienfächer an der
Humboldt-Universität mit Fächern anderer Hochschulen kombinieren.
Pressemitteilung vom 6.Juni 2009

Studentische Anträge erfolgreich – weitere Verbesserungen des Studiums an
der Humboldt-Universität beschlossen – endlich mal was Positives aus den
Hochschulen

Ab sofort können Studierende in Berlin wieder Studienfächer an der
Humboldt-Universität mit Fächern anderer Hochschulen kombinieren.
Mit dem Bologna-Prozess ist neben vielen weiteren Wahlfreiheiten auch die
Kombinationsfreiheit in Berlin stark eingeschränkt worden. Seit der
flächendeckenden Einführung des Bachelors 2004 ist es nicht mehr möglich
Bei- und Nebenfächer in Bachelorkombinationsstudiengängen an anderen
Hochschulen zu studieren. Das soll sich nun ändern. Der Akademische Senat
der Humboldt-Universität hat sich auf studentischen Antrag hin vergangenen
Dienstag in einem Beschluss einstimmig dafür ausgesprochen das
hochschulübergreifende Studium wieder zu ermöglichen. Das Präsidium soll
nun zeitnah mit den anderen Berliner und Brandenburgischen Hochschulen
eine praktikable Lösung finden, die es Studierenden ermöglicht
unkompliziert ihre Studienfächer aus dem gesamten Fächerangebot der Region
zu kombinieren. Die Umsetzung einer solchen Regelung hängt aber natürlich
von der Beteiligung der weiterer Hochschulen ab.

Allerdings ergibt sich aus dem erfolgreichen Antrag der
Humboldt-Universität schon ab sofort eine Verbesserung der Situation. Es
wurde eine Übergangsregelung beschlossen, die eine „großzügige“ Anwendung
einer bisher vor allem theoretischen Ausnahmeregelung verlangt.
Die Universität Potsdam hatte bereits vor zwei Jahren eine Regelung
beschlossen, die es Bachelor-Studierenden ermöglichen sollte ihre
Studienfächer zwischen Berlin und Potsdam zu kombinieren. Leider konnte
diese Regelung jedoch mangels Partnerhochschulen bisher nicht angewendet
werden.
Ab sofort können nun Fächer zwischen der Humboldt-Universität und Potsdam
kombiniert werden.
„Wir freuen uns sehr über diese Verbesserung und hoffen, dass sich noch
weitere Hochschulen in Berlin und Brandenburg anschließen werden.“ so Lena
Müller, Vertreterin der Offenen Linken im Akademischen Senat.

Die Studierenden stellten noch weitere Anträge zu letzten Dienstag auf der
Tagesordnung stehenden Änderung der Allgemeinen Satzung für Studien- und
Prüfungsangelegenheiten (ASSP), um das Studium an der Humboldt-Universität
erträglicher zu machen. So wurden beispielsweise die Prüfungsanmelde- und
Rücktrittsfristen einheitlich auf eine Woche bzw. drei Tage festgelegt.
Von diesen Fristen können die Fakultätsräte im Einvernehmen mit den
Studierenden abweichen. Dennoch wird hierdurch ein Standard gesetzt, der
unsinnig früh endende Prüfungsanmeldefristen, wie beispielsweise mitten
im Semester, ausschließt.
„Wir hoffen, dass die Fächer ihre Anmeldefristen nun im Interesse der
Studierenden gestalten werden.“ erklärte Gerrit Aust vom Referat für
Hochschulpolitik des ReferentInnenRates der Humboldt-Universität.

Außerdem wurde sinnvoller Weise beschlossen, dass Studierende, die sich in
Gremien engagieren, nicht mehr um Erlaubnis bitten müssen, wenn sie für
eine Sitzung von ihrer Lehrveranstaltung fern bleiben. Entgegen
ursprünglicher Pläne wurde des weiteren die Anmeldefreiheit für
Lehrveranstaltungen beibehalten. Und es wurde nun ausdrücklich
ausgeschlossen, dass Studierende über ihre Studienordnung verpflichtet
werden können Lehre für andere Studierende anzubieten und somit
Hochschullehre zu übernehmen.
"Damit ist die Möglichkeit eines von uns befürchteten verpflichtenden
Kaskadenmodells endlich vom Tisch. Unbezahlte Lehrleistungen von
Studierenden bleiben freiwillig." ergänzte Lena Müller.

Trotz allem Erfolg hat die Offene Linke jedoch Kritik an einigen der nun
durchgeführten Änderungen an der Allgemeinen Satzung zu Studien- und
Prüfungsangelegenheiten. Schon seit langem kritisiert die Offene Linke die
seit 2007 praktizierte Zwangsberatung mit Auflagen für Studierende, die
die
Regelstudienzeit überschritten haben. Diese Regelung wurde in der
aktuellen Änderung auf mehr Studierende ausgeweitet.
Auch wurde eine Neuregelung zu Plagiaten beschlossen, die schon bei
kleinen Zitierfehlern auf Handouts den Verlust eines ganzen Moduls, oder
im Wiederholungsfall sogar die Exmatrikulation ermöglicht.
Daher gab es trotz der Verbesserungen keine Fürstimmen der Offenen Linken
für die neue Allgemeine Satzung für Studien- und Prüfungsangelegenheiten.

erstellt: 30.03.10, 13:00 | geändert: 30.03.10, 13:07 | lesen | nach oben
ReferentInnenRat der Humboldt-Universität zu Berlin
Unter den Linden 6
10099 Berlin